Das immer weiter wachsende Online-Geschäft mit Ultra-Fast-Fashion und dessen negative Auswirkungen auf die Umwelt und die europäische Textilindustrie waren vergangene Woche ein Thema auf der Sitzung des Umweltrats der EU. Deutschland rief zusammen mit Frankreich, den Niederlanden, Dänemark und Slowenien zu einem koordinierten Vorgehen auf. Die Europäische Kommission forderten sie auf, unverzüglich zusätzliche Maßnahmen zu ergreifen, „ohne dabei unverhältnismäßigen neuen Verwaltungsaufwand zu verursachen“.
„Wir sehen, dass das zu einer riesengroßen Belastung der Umwelt wird“, sagte Umweltstaatssekretär Jochen Flasbarth am Rande des Treffens. „Der Ressourcenverbrauch ist enorm. Letztendlich werden diese Textilien für den Mülleimer produziert, und das wollen wir einhegen“, so Flasbarth weiter.
Kritik an der Initiative im Umweltrat kam vom Gesamtverband der deutschen Textil- und Modeindustrie. Sein Hauptgeschäftsführer Uwe Mazura befürchtet: „Die heimische Industrie wird weiter an Wettbewerbsfähigkeit verlieren, während die Billigimporte munter weiter gehen, weil sie in dieser schieren Masse einfach nicht kontrollierbar sind.“
Die Deutsche Umwelthilfe (DUH) veröffentlichte diese Woche Ergebnisse von Labortests von Produkten der Fast-Fashion-Plattform Shein, die in ihrem Auftrag durch das Bremer Umweltinstitut durchgeführt wurden. Demnach enthielten 15 von 18 untersuchten Artikeln Schadstoffe oder „auffällige chemische Produktionsrückstände“. Knapp 40 Prozent der untersuchten Produkte verstoßen nach Angaben der Umweltorganisation gegen geltende EU-Chemikalienvorschriften und dürften demnach gar nicht verkauft werden....




