Lemke ruft in China zum Kampf gegen Plastikverschmutzung auf

Bundesumweltministerin Steffi Lemke hat bei ihrem China-Besuch einen entschiedeneren Kampf gegen die Umweltverschmutzung durch Plastikmüll gefordert. „Wir haben weltweit ein Problem mit Plastik und China ist einer der größten Plastikproduzenten“, sagte die Grünen-Politikerin am Mittwoch in Taicang nahe der Wirtschaftsmetropole Shanghai. „Unsere Ozeane versinken im Plastikmüll, Mikroplastik gefährdet unsere Gesundheit.“

Auch Indien, die USA und Deutschland produzierten viel und vor allem Billigplastik, also Produkte, die nur kurz genutzt und dann weggeworfen würden. „Aus dieser Ex-und-hopp-Mentalität müssen wir aussteigen, weil das Verschmutzungsproblem viel zu groß geworden ist“, sagte Lemke.

Anlass für ihre Reise war das 7. deutsch-chinesische Umweltforum. Von chinesischer Seite wurde Lemkes Amtskollege Huang Runqiu erwartet. Sie hoffe auf Unterstützung für das globale Plastikabkommen, das derzeit verhandelt werde, sagte Lemke vor Beginn. „Wir brauchen mehr Recycling, wir brauchen aber vor allem auch eine Begrenzung der Plastikproduktion.“ Wenn diese weiter ansteige wie in den vergangenen Jahren, sei das Problem nicht in den Griff zu bekommen.

In Nairobi werden vom 13. bis 19. November Delegationen aus 170 Ländern in der dritten Runde über ein globales Kunststoffabkommen des UN-Umweltprogramms diskutieren. Dazu liegt seit Anfang September ein erster Entwurf vor. Der Abkommensentwurf wird im November bei der dritten von insgesamt fünf Verhandlungsrunden in der kenianischen Hauptstadt verhandelt werden. Die Verhandlungen sollen dann im April 2024 in Kanada fortgeführt und schließlich Ende 2024 in Südkorea abgeschlossen werden. Es geht darum, Umweltschäden durch Plastikmüll zu verhindern. Denn ohne notwendige Eingriffe könnte sich der Eintrag an Plastikmüll in die Meere und andere Gewässer von jährlich etwa neun bis 14 Mio Tonnen im Jahr 2016 auf voraussichtlich 23 bis 37 Mio Tonnen pro Jahr im Jahr 2040 nahezu verdreifachen.

Das Treffen in Shanghai ist das erste deutsch-chinesische Umweltforum seit der Corona-Pandemie. Laut der China-Strategie der Bundesregierung steht die Volksrepublik für das Weltklima „in besonderem Maße in Verantwortung“. Ohne China als größten CO2-Verursacher und auch größten Produzenten Erneuerbarer Energien könne man die Klimakrise nicht eindämmen, sagte Lemke. Ministerin Lemke will sich nach eigenen Worten bei ihrem Besuch dafür einsetzen, dass Deutschland und China für Fortschritte etwa in der Kreislaufwirtschaft zusammenarbeiten. (dpa / eigener Bericht)

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