Jungstörche verenden nach Aufnahme von Plastikabfällen

Im Saalekreis in Sachsen-Anhalt sind in den letzten Wochen vermehrt Todesfälle bei jungen Weißstörchen beobachtet worden. Bei der Sektion zweier Jungtiere wurde die Verstopfung des Magens mit Plastikabfällen als Todesursache festgestellt, teilte das Landesamt für Verbraucherschutz (LAV) in Halle an der Saale mit.

Demnach war der Magen eines Storches, der im LAV untersucht wurde, unter anderem mit einem Gemisch aus Plastikfolien, Schnüren und Isolierung von Stromkabeln gefüllt. Diese Anteile waren den Angaben zufolge stark ineinander verschnürt, wodurch sich die Magenschleimhaut entzündet hatte. Bei einem weiteren Jungstorch wurden ähnliche Befunde festgestellt. Andere Erkrankungen seien an den Tieren nicht festgestellt worden.

„Es ist anzunehmen, dass die unerfahrenen Jungtiere die Gummibänder mit Regenwürmern und anderen kleinen Beutetieren verwechseln“, hieß es. Offen sei jedoch, wo sie die Möglichkeit hatten, die zahlreichen Gummibänder zu finden. „Möglicherweise haben die Tiere Zugang zu Entsorgungseinrichtungen, wie zum Beispiel einer Mülldeponie.“

Zudem seien auch Fälle bekannt, in denen die Küken im Nest nach Regenfällen ertrunken oder durch Unterkühlung gestorben waren, weil die Eltern zum Nestbau Folien und Verpackungsmüll verwendet hatten und das Regenwasser dadurch nicht schnell genug abfließen konnte.

Um derartige Todesfälle zu vermeiden, sollte der Zugang für Wildtiere zu solchen Abfällen erschwert werden, betonte die Behörde. Auch die Verschmutzung der Umwelt mit sorglos oder vorsätzlich weggeworfenem Unrat sollte vermieden werden.

Das LAV weist darauf hin, dass Störche in Deutschland nach Bundesnaturschutzgesetz als „streng bzw. besonders geschützt“ gelten. International sei die Storchpopulation hingegen als „nicht gefährdet“ eingestuft. (dpa/Eigener Bericht)

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