
In Hessen sind im letzten Jahr mehr Siedlungsabfälle angefallen. Wie das Statistische Landesamt kürzlich bekannt gab, erzeugte jeder hessische Bürger 2023 im Durchschnitt 417 Kilogramm Haushaltsabfall und damit ein Kilogramm mehr als im Vorjahr. In absoluten Zahlen stieg die Gesamtabfallmenge um knapp 18.000 Tonnen bzw. 0,7 Prozent auf 2,68 Mio Tonnen. Zuwächse ergaben sich insbesondere beim Haus- und Sperrmüllaufkommen sowie den Bioabfällen. Dagegen ist die Menge der getrennt erfassten Wertstoffe gesunken.
Der prozentual größte Teil des hessischen Siedlungsabfallaufkommens entfällt weiterhin auf Hausmüll. 881.000 Tonnen bedeuteten 2023 einen Anteil von genau einem Drittel an der Gesamtabfallmenge. Gegenüber 2022 erhöhte sich das Hausmüllaufkommen um 1,5 Prozent, der langfristige Trend ist aber rückläufig. So sank die Pro-Kopf-Menge zwischen 2014 und 2023 laut Statistikamt um 24 Kilogramm.
Wechselhafter entwickelten sich den Angaben zufolge in den letzten zehn Jahren dagegen die Bioabfallmengen, da insbesondere der Grünschnitt von der Niederschlagsmenge und ihrer Verteilung im Jahresverlauf abhängig sei. Dies erklärte auch den starken Mengenrückgang im trockenen und niederschlagsarmen Jahr 2022, als die Gesamtmenge an Bioabfällen von einem Rekordhoch von 909.000 Tonnen in 2021 auf ein Zehn-Jahres-Tief von 790.000 Tonnen fiel. 2023 stieg die Bioabfallmenge nun wieder um 3,5 Prozent auf 817.000 Tonnen bzw. 127 Kilogramm je Einwohner. Davon wurden 569.000 Tonnen bzw. 89 Kilogramm pro Kopf über die Biotonne erfasst.
Getrennterfassung von Bioabfällen auf dem Land deutlich höher als in den Städten
Wie anderswo in Deutschland ist auch in Hessen die Getrenntsammlung von organischen Abfällen auf dem Land deutlich erfolgreicher als in den Großstädten. So verzeichnete der Landkreis Darmstadt-Dieburg 2023 mit 194 Kilogramm je Einwohner die hessenweit höchste Pro-Kopf-Menge an Garten-, Park- und Biotonnenabfällen. Knapp dahinter folgten die Landkreise Kassel und Fulda mit einwohnerspezifischen Sammelmengen von 192 bzw. 190 Kilogramm. Mit Abstand am wenigsten organische Abfälle wurden in Frankfurt (40 kg/E) und Offenbach (45 kg/E) gesammelt.
Bei den getrennt erfassten Wertstoffen wie Altpapier, Leichtverpackungen, Metalle und Altglas registrierte die Statistikbehörde für 2023 einen Rückgang um drei Prozent auf 775.000 Tonnen. Vor allem das Altpapieraufkommen war mit einem Minus von sieben Prozent auf 346.000 Tonnen zum wiederholten Mal stark rückläufig.
Die Abfallmengenbilanz des Landes Hessen für das Jahr 2023 kann hier heruntergeladen werden.




