In Weimar hat am Montag der Bau eines neuen Technikumsgebäudes für das Thüringer Innovationszentrum für die Zukunft des Bauens (ThIZ-BAU) begonnen. Bei der Grundsteinlegung übergab Thüringens Wirtschaftsministerin Colette Boos-John (CDU) dem Institut für Angewandte Bauforschung (IAB) Weimar einen Förderbescheid über knapp 10,6 Mio. €, der von Bund und Land je zur Hälfte getragen wird. Die Gesamtkosten für den Forschungsneubau, an dem unter anderem Recycling-Verfahren zur Aufbereitung und Wiederverwertung von Baustoffen entwickelt werden sollen, liegen bei gut 15 Mio. €.
Das neue Gebäude entsteht im Weimarer Ortsteil Tröbsdorf und soll auf rund 4.300 Quadratmetern Nutzfläche Forschung, Demonstration und Erprobung im größeren Maßstab ermöglichen. Nach Angaben des Thüringer Wirtschaftsministeriums soll das ThIZ-BAU als Forschungs- und Transferzentrum für nachhaltiges, ressourcenschonendes und klimafreundliches Bauen dienen. Ziel ist es, neue Baustoffe und Bauprozesse zu entwickeln und Ergebnisse schneller in die industrielle Anwendung zu überführen.
„Das ThIZ-BAU ist zentrales Projekt einer transformationsorientierten Industrie- und Innovationspolitik. Wir investieren nicht nur in Forschung, sondern in eine anwendungsnahe Infrastruktur, die die Wirtschaft konkret nutzen kann. Gerade kleine und mittlere Unternehmen erhalten hier künftig Zugang zu moderner Forschungsinfrastruktur, können neue Materialien und Verfahren erproben und Innovationen schneller in den Markt bringen“, hob Boos-Jahn die wirtschaftspolitische Zielsetzung hervor.
Getragen wird das Zentrum von drei Partnern am Standort Weimar: dem IAB, der Bauhaus-Universität Weimar und der Materialforschungs- und -prüfanstalt (MFPA) Weimar. Nach Angaben der beteiligten Einrichtungen arbeiten in diesem Forschungsverbund bereits mehr als 500 Beschäftigte an über 40 laufenden und zugesagten Projekten mit einem Gesamtvolumen von rund 40 Mio. € bis 2027.
Inhaltlich konzentriert sich das ThIZ-BAU auf alternative Rohstoffe, neue Bindemittel, Recycling und Kreislaufwirtschaft, Digitalisierung sowie energieeffiziente und zunehmend elektrifizierte Prozesse. Weitere Schwerpunkte sind Lehmbaustoffe, modulare Bauweisen und 3D-Druck. Das Technikum soll insbesondere die Lücke zwischen Labor und industrieller Anwendung schließen und Unternehmen Test- und Entwicklungsmöglichkeiten unter realitätsnahen Bedingungen bieten.
Der neue Technikumsbau ist Teil der bundesweiten Initiative zum Aufbau des Bundesforschungszentrums für klimaschonendes und ressourceneffizientes Bauen (BFZ).




