Der Grünen-Politiker Jan-Niclas Gesenhues spricht sich dafür aus, die Recyclingwirtschaft in den geplanten Industriestrompreis der Bundesregierung einzubeziehen. Nach seiner Ansicht werde die Branche bislang nicht ausreichend berücksichtigt, obwohl sie für eine ressourcenschonende Wirtschaftsweise eine zentrale Rolle spiele.
„Ich fordere einen Industriestrompreis für die Recyclingwirtschaft. Wer einen Industriestrompreis einführt, darf diese wichtige Branche nicht vergessen. Ausgerechnet ein zentraler Zukunftszweig der deutschen Industrie geht bei der Bundesregierung bislang leer aus. Dabei ist die Kreislaufwirtschaft das Rückgrat einer ressourcenschonenden Wirtschaft. Gerade in diesen angespannten Zeiten ist es wichtig, dass wir uns unabhängig von Rohstoffimporten machen, damit wir nicht auf Rohstoffe von Despoten angewiesen sind“, erklärt der umweltpolitische Sprecher der Grünen-Bundestagsfraktion.
Der geplante Industriestrompreis soll energieintensive Unternehmen in Deutschland durch staatlich vergünstigte Strompreise entlasten und so ihre Wettbewerbsfähigkeit sichern. Dass die Recyclingwirtschaft bislang nicht Teil der vorgesehenen Regelungen ist, sieht Gesenhues mit Blick auf die wirtschaftliche Lage der Branche und den künftigen Bedarf an Recyclingkapazitäten kritisch. „Die Bundesregierung muss dringend dafür sorgen, dass Recycling am Standort Deutschland wettbewerbsfähig bleibt. Die Branche steckt in einer akuten Krise. Das ist besonders problematisch, weil wir in der Zukunft mehr Recyclingkapazitäten brauchen. Dass die Bundesregierung diese wichtige Branche nicht mitdenkt, ist kurzsichtig und gefährdet einen entscheidenden Baustein der industriellen Transformation.“
Unterstützung für die Forderung lieferte in dieser Woche der Bundesverband der Deutschen Entsorgungswirtschaft. Ein von der Wirtschaftsprüfungsgesellschaft Pricewaterhouse Coopers im Auftrag des BDE erstelltes Gutachten kommt zu dem Ergebnis, dass der Teilsektor „Rückgewinnung“ sowohl bei der Stromintensität als auch bei der Handelsintensität die relevanten Schwellenwerte auf EU-Ebene deutlich überschreitet und damit grundsätzlich die Voraussetzungen für eine Einbeziehung in einen Industriestrompreis erfüllt.




