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VKU zeigt sich offen für die Einführung einer bundesweiten Wertstofftonne


Aus Sicht des VKU bietet eine Wertstofftonne
in kommunaler Verantwortung viele Vorteile.
12.10.2021 − 

Der Verband kommunaler Unternehmen (VKU) ist offen für einen neuen Versuch, eine bundesweite Wertstofftonne in kommunaler Verantwortung einzuführen. „Wenn die Diskussion wieder belebt wird, dann stehen wir als sehr interessierter und engagierter Gesprächspartner selbstverständlich zur Verfügung“, sagte der Geschäftsführer der VKU-Sparte Abfallwirtschaft und Stadtsauberkeit, Holger Thärichen, in der vergangenen Woche beim Kasseler Abfall- und Ressourcenforum.

Mit der Bundestagswahl haben sich die politischen Gewichte in Berlin deutlich verschoben. Aller Voraussicht nach werden die Grünen an der kommenden Bundesregierung beteiligt sein und vermutlich den nächsten Umweltminister beziehungsweise die nächste Umweltministerin stellen. Die Grünen haben sich in der Vergangenheit stets für eine Wertstofftonne in kommunaler Verantwortung ausgesprochen, in der sowohl Verpackungen als auch stoffgleiche Nichtverpackungen gesammelt werden können. Auch im Wahlprogramm von Bündnis 90/Die Grünen findet man die Forderung nach einem neuen Anlauf für ein Wertstoffgesetz.

„Wenn wir eine Wertstofftonne kommunal verantworten und die Hausmüllentsorgung aus einer Hand organisieren könnten, dann ist das auch für das Qualitätsmanagement eine viel bessere Basis“, sagte Thärichen in Kassel. „Es ist ja eine alte Forderung des Verbandes, dass wir die Hausmüllentsorgung beim Bürger jeweils komplett verantworten. Und ich glaube, das hätte in der Tat auch viele Vorteile.“ Wenn die Grünen das Umweltressort übernehmen sollten, dann bräuchten sie jedenfalls nur in die Schublade greifen, um entsprechende Konzepte herauszuziehen, so der VKU-Geschäftsführer.

Erinnerungen an alte Debatten

Viele in der Branche und im BMU dürften sich allerdings an die völlig zerstrittene Situation um diese Konzepte rund um Organisations- und Finanzverantwortung erinnern, die ein Wertstoffgesetz bereits beim letzten Anlauf zum Kippen gebracht hatte. Reclay-Geschäftsführer Fritz Flanderka sah in Kassel eine Wertstofftonne – zumal in kommunaler Verantwortung – nicht nur aus institutionellem Eigeninteresse heraus kritisch. „Natürlich kann eine Wertstofftonne Sinn machen“, sagte Flanderka. Die Schwierigkeit in der politischen Diskussion sei zum einen die Trägerschaft und zum anderen die Finanzierung über die Produktverantwortung gewesen. „Da haben wir dann mit riesigen Katalogen gearbeitet“ – und immer wieder habe es Möglichkeiten gegeben, sich einer Beteiligung zu entziehen. „Es ist nicht banal, eine Wertstofftonne mit Produktverantwortung zu finanzieren“, so Flanderka.

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