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UBA will bei Altgerätesammlung Hersteller, Handel und Kommunen stärker in die Pflicht nehmen


Auf dem Weg zu einer echten Kreislaufwirtschaft müssen
deutlich mehr Altgeräte gesammelt und für die Wiederverwendung
vorbereitet werden, fordert UBA-Präsident Dirk Messner.
25.10.2021 − 

Angesichts der weiterhin viel zu geringen Sammelquoten beim E-Schrott will das Umweltbundesamt Hersteller, Handel und Kommunen stärker in die Pflicht nehmen. Um die Sammelquote von 65 Prozent zu erreichen und langfristig sicherzustellen, arbeite man bereits an konkreten Strategien zur erweiterten Herstellerverantwortung, erklärte die Behörde heute. Deutschland verfehlt die Mindestvorgabe der EU bei der Sammlung von Altgeräten deutlich. Für 2019 hatte die Bundesrepublik kürzlich erst eine Quote von lediglich 44 Prozent nach Brüssel gemeldet.

„Wir müssen die Akteure – vom Hersteller über den Handel bis zu den Kommunen – noch stärker als bisher in die Verantwortung nehmen. Auf dem Weg zu einer echten Kreislaufwirtschaft müssen deutlich mehr Altgeräte gesammelt, mehr Altgeräte zur Wiederverwendung vorbereitet, Schadstoffe sicher aus dem Materialkreislauf ausgeschleust und Rohstoffe in großer Menge zurückgewonnen werden. Um den Einsatz von Rezyklaten zu stärken, ist zum Beispiel auch eine Bepreisung von Primärrohstoffen denkbar“, erklärte UBA-Präsident Dirk Messner heute.

Elektro- und Elektronikgeräte sollten von der Rohstoffherstellung über das Produktdesign, das Konsumverhalten und die Entsorgung bis hin zur Bereitstellung von Sekundärrohstoffen insgesamt zu einer echten zirkulären Ökonomie entwickelt werden.

Hoffnung setzt der UBA-Präsident auch in die jüngste Novelle des ElektroG und verweist dabei vor allem auf die ab Juli 2022 geltende Rücknahmepflicht für Altgeräte bei Lebensmitteldiscountern. „Bis sich die Novellierungen allerdings in den Zahlen niederschlagen, wird weitere Zeit vergehen. Auch Handel, Hersteller und die Kommunen müssen sich stärker einbringen und Sammel- und Rücknahmemöglichkeiten weiter verbessern, beispielsweise durch besser erreichbare Wertstoffhöfe oder flexiblere Annahmezeiten“, fordert Messner.

Weiterhin würden zu viele Altgeräte abseits der korrekten Pfade entsorgt, beklagt der Präsident des UBA weiter. Große Altgeräte wie Waschmaschinen und gewerblich genutzte Elektrogeräte würden oft von nicht zertifizierten Schrottplätzen und Sammlern erfasst. Im Rahmen eines Forschungsvorhabens lässt das UBA daher aktuell diese illegalen Wege untersuchen, um Maßnahmen dagegen zu entwickeln.

Kleine Altgeräte wie elektrische Zahnbürsten oder Wecker landeten hingegen noch häufig im Restmüll und beim Verpackungsmüll oder sie bleiben unentsorgt in Schubläden und Kellern liegen, erklärt die Behörde weiter. Laut einer im letzten Jahr veröffentlichten Hausmüllanalyse entsorgt jeder Bürger im Schnitt über ein Kilogramm E-Schrott im Jahr über den Restmüll. Hochgerechnet landen somit bundesweit jedes Jahr fast 90.000 Tonnen Altgeräte im Hausmüll. Untersuchungen würden außerdem zeigen, dass viele Bürger nicht ausreichend über Entsorgungsmöglichkeiten und -pflichten informiert sind, so das UBA weiter.

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