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Titandioxid-Stäube gelten bald als "wahrscheinlich krebserregend"

Staub
Titandioxidhaltiger Staub gilt bald als möglicherweise
krebserzeugend.
24.02.2020 − 

Titandioxidhaltige Stäube gelten demnächst als "wahrscheinlich krebserregend durch Einatmen". Die Europäische Kommission hat die Verordnung zur Einstufung des Weißpigments im Amtsblatt der EU veröffentlicht.

Die Verordnung ändert in einigen Punkten die so genannte CLP-Verordnung, in der auf EU-Ebene Chemikalien eingestuft und gekennzeichnet werden. Die CLP-Verordnung ist in allen Mitgliedstaaten rechtlich bindend und unmittelbar auf alle Wirtschaftszweige anwendbar.

Verwirrung um das Inkrafttreten

Ein wenig Verwirrung herrscht in der Industrie hinsichtlich des Inkrafttretens der Verordnung. In der deutschen Sprachfassung der veröffentlichten Verordnung ist vom 9. September 2021 die Rede. In anderen Sprachfassungen, beispielsweise der italienischen oder der rumänischen Version, wird der 1. Oktober 2021 als das Datum des Inkrafttretens genannt.

Die EU-Kommission teilte auf Nachfrage von EUWID mit, dass der 1. Oktober 2021 das korrekte Datum ist. Bei dem in der deutschen Fassung genannten Datum handele es sich um einen Übersetzungsfehler. Inzwischen hat die EU-Kommission im Amtsblatt eine Korrektur veröffentlicht.

Unklare Auswirkungen auf den Entsorgungssektor

Unklarheit herrscht auch hinsichtlich der Frage, welche Auswirkungen die Einstufung auf den Entsorgungssektor haben wird. Titandioxid findet sich in vielen Produkten, beispielsweise in Verpackungen, Papier sowie in Farben, Tapeten bis hin zu Kaugummi. Da die CLP-Verordnung über den Anhang III der Abfallrahmenrichtlinie mit dem Abfallrecht verbunden ist, kamen in der Entsorgungswirtschaft frühzeitig Bedenken auf, ob sich eine Einstufung von Titandioxid auf die Stoffströme auswirken würde.

Denn gemäß Anhang III der Abfallrahmenrichtlinie kann ein Abfall, der Krebs erzeugen oder die Krebshäufigkeit erhöhen kann, als gefährlich eingestuft werden. Im Abfall muss dazu eine bestimmte Konzentration des betreffenden Stoffes vorhanden sein. Für die Gefahrenstufe "Karzinogen Klasse 2" und den Gefahrenhinweis H351 liegt die Konzentrationsgrenze nach dem HP7-Kriterium in Anhang III der Abfallrahmenrichtlinie bei einem Prozent.

Einen ausführlichen Artikel mit Stimmen von BDE, bvse, Industrievereinigung Kunststoffverpackungen und dem Deutschen Abbruchverband zur Einstufung von Titandioxid lesen Sie in Ausgabe 09/2020 von EUWID Recycling und Entsorgung.

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