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Substitutionsquote soll bessere Bewertung der Kreislaufwirtschaft ermöglichen


Mit einer Substitutionsquote soll die bisher begrenzte
Aussagekraft von Recyclingquoten ergänzt werden.
15.08.2019 − 

Die Ressourcenkommission am Umweltbundesamt (KRU) empfiehlt die Einführung einer Substitutionsquote für den Einsatz von Sekundärrohstoffen in der Produktion. Die Experten erhoffen sich davon einen realistischeren Erfolgsmaßstab für die Kreislaufwirtschaft. Mit einer solchen Quote soll das Verhältnis von eingesetzten Recyclingrohstoffen zum insgesamt genutzten Materialaufwand aus Primär- und Sekundärrohstoffen dargestellt und die bisher begrenzte Aussagekraft von input- oder outputbezogenen Recyclingquoten ergänzt werden.

Durch eine Substitutionsquote könnte die Material- bzw. Rohstoffmenge gemessen werden, die als Sekundärmaterial bzw. Sekundärrohstoff in die Produktion oder die Verarbeitung zurückgeführt wird und dort Primärrohstoffe ersetzt, heißt es weiter. Nach Ansicht der KRU sollte die Quote für einzelne Materialien und Elemente ausgewiesen werden – zunächst auf nationaler Ebene, mittel- bis langfristig dann auch auf branchen- und produkt(gruppen)spezifischer Ebene.

Ferner erhoffen sich die Experten durch die neue Quote Informationen darüber, welche Primärmaterialien mit welcher Funktion ersetzt werden. Dadurch könne auch die Qualität des Recyclings berücksichtigt werden.

Empfehlung für Mindestrezyklatquoten

Außerdem empfiehlt die Kommission die Weiterentwicklung von Zielvorgaben hin zu Rezyklatanteilen auf Produktebene. Es sollten transparente und ambitionierte Vorgaben zur Kreislaufwirtschaft jenseits der bisherigen abfallbezogenen Quoten gesetzt werden, heißt es in einem Positionspapier der KRU. Beispielsweise sollte diskutiert werden, ob für relevante Produktgruppen konkrete Vorgaben zu einem definierten Anteil von Sekundärrohstoffen festgelegt werden können.

Die Empfehlungen der Kommission umfassen auch den Aufbau eines ganzheitlichen Monitorings für eine Kreislaufwirtschaft. Eine entsprechende Datengrundlage könne zusammen von UBA, der Bundesanstalt für Geowissenschaften und Rohstoffe (BGR) und dem Statistischen Bundesamt aufgebaut werden, schlagen die Experten vor.

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