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Streiks bei kommunalen Entsorgern gehen weiter


Verdi will mit den Warnstreiks den Druck auf die
Arbeitgeber in den laufenden Verhandlungen erhöhen.
01.10.2020 − 

Die Warnstreiks im öffentlichen Dienst gehen in dieser Woche unaufhörlich weiter. Auch in dieser Woche kommt es zu Arbeitsniederlegungen bei den kommunalen Entsorgern im Tarifstreit mit Bund und Kommunen. So müssen beispielsweise die Bewohner in mehreren Städten in Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen damit rechnen, dass ihre Mülltonnen in den nächsten Tagen nicht geleert werden, wie die Gewerkschaft Verdi gestern mitteilte.

Verdi rief Hunderte Tarifbeschäftigte in Chemnitz, Magdeburg, Erfurt und Weimar dazu auf, ab heute Morgen zwei Tage lang ihrer Arbeit nicht nachzugehen. Ziel sei es, dass kein Müllauto rausfahre und die Wertstoffhöfe geschlossen blieben, sagte Verdi-Sprecher Andreas Schubert, der die Warnstreiks in Chemnitz organisiert.

Ganztägiger Warnstreik in Potsdam und in Herne

Auch in Potsdam hat heute Morgen ein ganztägiger Warnstreik begonnen. Seit 4:00 Uhr haben rund 70 Beschäftigte ihre Arbeit niedergelegt, sagte Verdi-Gewerkschaftssekretär Stefan Bornost. Demnach müssen sich Potsdamer Bürger darauf einstellen, dass der Müll nicht abgeholt sowie die Straßen und Parks nicht gereinigt werden. Ebenso kündigte Verdi für den morgigen Freitag einen ganztägigen Warnstreik der Beschäftigten der Entsorgung Herne an.

Verdi will mit den Warnstreiks den Druck auf die Arbeitgeber in den laufenden Verhandlungen für Beschäftigte im Öffentlichen Dienst bei den Kommunen und im Bund erhöhen. Die zweite Verhandlungsrunde war Mitte September ohne Ergebnis geblieben. Der Verdi-Vorsitzende Frank Werneke kritisierte dabei die „Verzögerungstaktik“ der kommunalen Arbeitgeber bei den Tarifverhandlungen.

Ost-West-Angleichung der Arbeitszeit als zentrale Forderung von Verdi

Verdi und der Beamtenbund dbb fordern für die bundesweit 2,3 Mio Tarifbeschäftigten von Bund und Kommunen 4,8 Prozent mehr Geld, mindestens aber 150 € pro Monat, bei einer Laufzeit von zwölf Monaten. Die Ausbildungs- und Praktikantenentgelte sollen um monatlich 100 € angehoben werden. Des Weiteren ist eine zentrale Forderung der Gewerkschaft die Ost-West-Angleichung der Arbeitszeit, heißt es von Verdi. Die dritte Verhandlungsrunde ist für den 22. und 23. Oktober angesetzt. (eigener Bericht / dpa)

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