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Standards für Ladegeräte im Kampf gegen E-Schrottberge nur Tropfen auf heißen Stein


Durch die Vereinheitlichung von Ladegeräten sollen in der EU
nur knapp 1.000 Tonnen E-Schrott im Jahr eingespart werden.
07.10.2021 − 

Mit großen Worten hat die EU-Kommission kürzlich ihre Pläne für eine Standardisierung von Ladeanschlüssen für Mobiltelefone, Tablets und Digitalkameras vorgestellt. So sprach der für den Binnenmarkt zuständige Kommissar Thierry Breton von einem „großen Schritt hin zu mehr Verbraucherfreundlichkeit und weniger Abfallaufkommen". Tatsächlich dürfte die durch die Harmonisierung von Ladebuchsen und -techniken reduzierte Menge an Altgeräten kaum ins Gewicht fallen.

So entfallen nach Schätzungen der Kommission jedes Jahr in der EU rund 11.000 Tonnen E-Schrott auf entsorgte Ladegeräte. Angesichts eines Gewichts von lediglich 40 bis 50 Gramm pro Ladegerät immerhin rund 250 Mio Stück im Jahr. Durch die Pläne zur Vereinheitlichung der Ladeanschlüsse soll diese Menge aber lediglich um knapp 1.000 Tonnen im Jahr reduziert sinken. Angesichts des Gesamtaufkommens an E-Schrott eine verschwindend geringe Menge.

1.000 Tonnen vs. vier Millionen Tonnen

Laut letzten verfügbaren Daten der EU-Statistikbehörde wurden in den 27 EU-Mitgliedstaaten 2018 nämlich insgesamt knapp vier Mio Tonnen Altgeräte gesammelt. Diese Zahl gibt allerdings nur die offiziell erfasste E-Schrottmenge wieder. Daraus ergeben sich in den einzelne Mitgliedstaaten Sammelquoten von meist nur um die 50 Prozent oder noch niedriger. Das tatsächliche Aufkommen an Altgeräten dürfte somit in Europa noch viel höher liegen.

Hinzu kommt, dass die Menge an E-Schrott in den nächsten Jahren weiter stark steigen dürfte. Allein in Deutschland ist die jährlich verkaufte Menge an Neugeräten von 2015 bis 2020 um etwa die Hälfte auf mehr als 2,8 Mio Tonnen pro Jahr gestiegen.

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