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Sammelquote bei Altgeräten weiter unter 45 Prozent

Bei der Sammlung von Altgeräten ist in Deutschland weiterhin Luft nach oben.
Bildquelle: Reinhard Weikert (abfallbild.de)
28.11.2017 − 

In Deutschland sind weiterhin große Anstrengungen nötig, um die Mindestvorgaben bei der Sammlung von Elektro- und Elektronikaltgeräten zu erreichen. Laut aktuell veröffentlichten Zahlen von Eurostat lag die Sammelquote für das Jahr 2015 lediglich bei 42,5 Prozent. Die EU-Vorgaben sehen ab 2016 eine Mindestsammelquote von 45 Prozent vor, ab 2019 steigt dieser Wert sogar auf 65 Prozent.

Die von der Bundesregierung zur EU-Kommission nach Brüssel gesendeten Daten zeigen dabei keinen positiven Trend auf. Die insgesamt über offizielle Kanäle gemeldete Sammelmenge aus privaten Haushalten sowie dem Gewerbe lag 2015 mit rund 720.000 Tonnen lediglich auf dem Niveau des Vorjahres, die auf die Verkaufsmenge bezogene Sammelquote ging sogar leicht zurück.

Pro Kopf wurden in Deutschland 2015 rund 8,8 Kilogramm E-Schrott gesammelt. Das entspricht zwar in etwa den Werten der Vorjahre, ist aber deutlich vom Rekordwert des Jahres 2009 entfernt, als durchschnittlich mehr als zehn Kilogramm Altgeräte je Einwohner erfasst wurden.

Um das 45-Prozent-Sammelziel der EU zu erreichen, hätte der Wert bei rund 9,4 Kilogramm liegen müssen. In absoluten Zahlen lag die Mengendifferenz bei rund 40.000 Tonnen. Für die Erfüllung der 65-Prozent-Marke müssten sogar 13,5 Kilogramm pro Bürger erfasst werden, was einer zusätzlichen Sammelmenge von rund 380.000 Tonnen entspricht. Hierbei noch nicht berücksichtigt sind die seit 2014 steigenden Verkaufsmengen an Neugeräten, welche die Vorgaben für die Sammlung weiter erhöhen.

Im europäischen Vergleich liegt Deutschland bei der Sammlung von Altgeräten weiterhin nur im Mittelfeld. Laut Eurostat hat 2015 immerhin rund die Hälfte der EU-Staaten die 45-Prozent-Marke bei der Sammlung erreicht. Das Sammelziel von 65 Prozent stellt aber für nahezu alle Mitgliedsländer eine große Herausforderung dar.

Verwertungsquote bei Altgeräten rückläufig

Hinsichtlich der Verwertung der erfassten Elektro- und Elektronikaltgeräte übertrifft Deutschland zwar weiterhin in allen Bereichen die Mindestvorgaben der WEEE-Richtlinie. Die aktuellen Zahlen für 2015 weisen jedoch einen spürbaren Rückgang der verwerteten Mengen aus. In die Verwertung gingen mit rund 650.000 Tonnen fast 40.000 Tonnen weniger als im Jahr zuvor. Die Verwertungsquote nahm somit um fünf Prozentpunkte auf 90,3 Prozent ab.

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