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Sammelmenge bei Altgeräten steigt nur leicht an


(Symbolbild)
26.07.2018 − 

Bei der Sammlung von Elektroaltgeräten konnten in Deutschland im vergangenen Jahr nur geringe Fortschritte erzielt werden. Laut aktuellen Zahlen der Stiftung Elektro-Altgeräte Register (EAR) haben Kommunen, Hersteller und Vertreiber im letzten Jahr insgesamt 720.000 Tonnen Elektro- und Elektronikaltgeräte zurückgenommen. Dies entspricht einem Plus von knapp drei Prozent gegenüber 2016. Jeder Einwohner hat somit im vergangenen Jahr durchschnittlich 8,7 Kilogramm E-Schrott an den entsprechenden Sammelstellen abgegeben.

Auf Basis dieser Zahlen erscheint es zumindest fraglich, ob die Bundesrepublik die Mindestsammelquote von 45 Prozent erreicht hat. Bezogen auf die durchschnittliche Verkaufsmenge der drei Vorjahre ergibt sich aus den Zahlen der EAR für 2017 lediglich eine Sammelquote von knapp 39 Prozent – ein leichter Rückgang gegenüber dem Vorjahr. Die von der Bundesregierung nach Brüssel gemeldeten offiziellen Zahlen zur Altgerätesammlung beziehen aber noch zusätzliche vom Statistischen Bundesamt erfasste Mengenströme mit ein. Diese Zahlen lagen in den Vorjahren meist um rund 100.000 Tonnen über den Zahlen der EAR.

Mit zusätzlichen Mengen in diesem Umfang würde man dem Sammelziel von 45 Prozent für das vergangene Jahr zumindest näher kommen. Ab kommendem Jahr steigt die Mindestquote allerdings auf 65 Prozent. Um dieses Ziel zu erreichen, müssten die erfassten Altgerätemengen um fast eine halbe Million Tonnen über den von der EAR für 2017 gemeldeten Zahlen liegen.

Zurückgenommene Altgerätemenge im Handel legt zu

Woher zusätzliche Mengen an E-Schrott in diesem Umfang kommen sollen, bleibt für viele Markteilnehmer weiter unklar. Die im Zuge der Novellierung des ElektroG vor zwei Jahren eingeführte Rücknahmepflicht im Handel zeigt jedenfalls nur eine begrenzte Wirkung auf die Sammelmengen. Laut EAR nahmen die Vertreiber im letzten Jahr etwas mehr als 100.000 Tonnen Altgeräte zurück – ein Zuwachs von zwölf Prozent gegenüber 2016.

Die im Handel zurückgenommenen Altgeräte sind dabei zu über 80 Prozent Großgeräte wie Kühlschränke und Waschmaschinen. Auch die Mengensteigerung entfällt ausschließlich auf diese Gerätekategorie. Bei allen anderen Gerätearten lagen die Mengen lediglich auf Vorjahresniveau – im Falle der IT- und Telekommunikationsgeräte sind die Zahlen sogar um 60 Prozent rückläufig.

Mengenverschiebung von Optierung zu Abholkoordination

Auffällig ist die starke Verschiebung der Sammlung von optierten Mengen der Kommunen hin zur Abholkoordination der Hersteller. Mit 325.000 Tonnen verwerteten die öffentlich-rechtlichen Entsorgungsträger 2017 rund 60.000 Tonnen E-Schrott weniger in Eigenregie. Der Rückgang betrifft vor allem ITK-Geräte sowie Unterhaltungselektronik wie zum Beispiel Fernseher. Aber auch bei den Großgeräten gingen die optierten Mengen um rund zehn Prozent zurück. Ein Plus von 14 Prozent zeigt die Statistik hingegen bei den Kleingeräten.

Im Gegenzug zu den insgesamt rückläufigen Eigenverwertungsmengen der Kommunen stiegen die Mengen in der Abholkoordination im letzten Jahr um ein Drittel auf 260.000 Tonnen. Der Zuwachs zeigt sich dabei in allen relevanten Gerätekategorien. Am deutlichsten legten die Mengen – spiegelbildlich zum Rückgang bei den Optierungen – in den Bereichen ITK und Unterhaltungselektronik zu.

Die vollständige Übersicht über die EAR-Jahreszahlen sowie eine Einschätzung der Stiftung zur Entwicklung der Sammelmengen lesen Sie in EUWID Recycling und Entsorgung 31/2018. Der Text steht bereits jetzt im E-Paper zur Verfügung:

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