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Novelle der Bioabfallverordnung: ZAK-Vorstand Deubig warnt vor stark steigenden Kosten


Wirtschaftsvertretern zufolge könnte sich die
Bioabfallverwertung um bis zu 50 €/t verteuern.
26.04.2021 − 

Der vom Bundesumweltministerium Ende letzten Jahres vorgelegte Referentenentwurf zur Bioabfallverordnung (BioAbfV) wird dazu führen, dass sich die Kosten für die Verwertung von Bioabfällen den Kosten der Müllverbrennung annähern werden. Jan B. Deubig, Vorstand der ZAK Zentrale Abfallwirtschaft Kaiserslautern AöR, erwartet Mehrkosten von 30 bis 50 € netto je Tonne Bioabfall, verursacht insbesondere durch die umfangreichen erforderlichen Umbaumaßnahmen.

Nachdem die ZAK bei der Behandlung der Bioabfälle ausgangsseitig keine Probleme im Hinblick auf die Fremdstoffgehalte habe, stelle sich die Frage, wieso die geplante Verordnung nun eingangsseitig ansetze, so Deubig im Rahmen einer Online-Tagung der Berliner Kanzlei Gaßner, Groth, Siederer &. Coll. (GGSC). Die ZAK sei Mitglied der Bundesgütegemeinschaft Kompost (BGK). Bei 60 Prüfungen im Rahmen der Fremdüberwachung von 2016 bis 2020 sei lediglich in einem Fall ein erhöhter Glasanteil (0,41 statt 0,40 Prozent TM) ermittelt worden. Auch die zusätzlichen Anforderungen der BGK bei der Flächensumme von Fremdstoffe würden eingehalten. Die Kompostqualität sei daher seit Jahren in Ordnung.

Deubig: Anforderungen an die Fremstoffentfrachtung nicht erreichbar

Demgegenüber seien die nunmehr vorgesehenen Anforderungen an die Fremdstoffentfrachtung schlicht nicht zu erreichen. Auch die daraus erwachsenden Anforderungen etwa im Hinblick auf den Arbeits- und Brandschutz seien nicht zu erfüllen, kritisiert Deubig. Schon rein technisch sei etwa eine Feststellung der Fremdstoffbelastung mit dem bei der ZAK-Anlage verbauten Tiefenbunker schlicht unmöglich, ebensowenig die Abtrennung von schlechten Anlieferungen. Hierzu müsste der gesamte Annahmebereich von einem Tief- zu einem Flachbunker mit Radladerbetrieb umgebaut werden. Bei jeder Anlieferung müsste eine Sichtkontrolle einschließlich Dokumentation erfolgen, da deren Unterlassung als Ordnungswidrigkeit sanktioniert sei.

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