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Neue Roadmap soll Standards für Kreislaufwirtschaft vorantreiben


Mit der Arbeit an neuen Normen soll die Kreislaufwirtschaft
in Deutschland vorangetrieben werden.
15.09.2021 − 

Mit einer Roadmap soll der Status Quo der Normung in der Kreislaufwirtschaft beschrieben und der Handlungsbedarf für neue Standards identifiziert werden. Der Startschuss für die neue Roadmap fiel heute. Das Bundesumweltministerium, das Deutsche Institut für Normung, die DKE Deutsche Kommission Elektrotechnik Elektronik Informationstechnik in DIN und VDE und der Verein Deutscher Ingenieure (VDI) haben die Arbeit an der „Deutschen Normungsroadmap Circular Economy“ aufgenommen.

Die Roadmap soll einen Überblick über den Status Quo der Normung im Bereich der Kreislaufwirtschaft geben, Anforderungen und Herausforderungen für sieben Schwerpunktthemen beschreiben und die konkreten Handlungsbedarfe für zukünftige Normen und Standards identifizieren und formulieren, heißt es in einer gemeinsamen Pressemitteilung.

Als Beispiel wird auf die bisher fehlenden Anforderungen an Kunststoffrezyklate zur Herstellung neuer Produkte verwiesen. Solche Anforderungen könnten zu einer stärkeren Nutzung von Rezyklaten führen, hoffen die Beteiligten. Daher sollen mit der Normungsroadmap Lücken identifiziert und geschlossen werden. Dazu laden DIN, DKE und VDI alle interessierten Expertinnen und Experten aus der Kreislaufwirtschaft ein, sich einzubringen.

Schulze: Gesamten Lebenszyklus in den Blick nehmen

„Wer den Gedanken der Kreislaufwirtschaft ernst nimmt, muss den gesamten Lebenszyklus von Produkten in den Blick nehmen – vom Produktdesign und der Recyclingfähigkeit bis hin zum Einsatz von Rezyklaten. Normen und Standards, die sicher und nachvollziehbar eingehalten werden, spielen dabei eine große Rolle“, erklärt Bundesumweltministerin Svenja Schulze (SPD). Wenn sich alle Beteiligten entlang der Wertschöpfungskette auf solche Standards verlassen können, werde es besser gelingen, Kreisläufe zu schließen und so Klima und Umwelt zu schonen, ist sie überzeugt.

„Mit der Normungsroadmap werden wir die zukünftigen Normungsbedarfe strategisch erfassen und konkrete Handlungsempfehlungen für die technische Regelsetzung formulieren“, ergänzt Christoph Winterhalter, Vorsitzender des Vorstandes von DIN. Dies sei ein wichtiger Schritt um die grüne Transformation Deutschlands und Europas voranzutreiben.

Für DKE-Geschäftsführer Michael Teigeler stellen Normen und Standards eine klare Kommunikation zwischen den verschiedenen Marktakteuren im Kreislauf sicher und machen so den reibungslosen Kreislauf erst möglich. „Darüber hinaus fördern sie eine breite gesellschaftliche Akzeptanz von zirkulären Produkten und erhöhen die damit verbundene Wirtschaftlichkeit“, ist er überzeugt.

Elektrogeräte, Batterien und Kunststoffe unter anderem im Fokus

Bei der Normungsroadmap Circular Economy sollen sieben Schwerpunktthemen in den Mittelpunkt gestellt werden. Diese reichen von der Elektrotechnik und IKT, über Batterien, Verpackungen, Kunststoffe, Textilien bis hin zu den Bereichen Bauwerke und Kommunen sowie Digitalisierung/Geschäftsmodelle/Management. Damit orientiere man sich an den Fokusthemen des Kreislaufwirtschaftsaktionsplans der EU, heißt es.

„Für die Erarbeitung der Roadmap bringen wir Vertreter aus Wirtschaft, Wissenschaft, öffentlicher Hand und Zivilgesellschaft an einen Tisch. Wir möchten Expertinnen und Experten der Circular Economy daher einladen, ab Januar 2022 in den sieben Arbeitsgruppen mitzuwirken und ihre Ideen zur Diskussion zu stellen“, so Hans-Jürgen Schäfer, Geschäftsführer der VDI-Gesellschaft Materials Engineering.

In einer Auftaktveranstaltung am 21. Oktober wollen DIN, DKE und VDI das Projekt und die ausgewählten Schwerpunktthemen näher vorstellen und Fragen zur Mitarbeit beantworten. Interessierte Fachleute können sich ab sofort auf der Kollaborationsplattform DIN.ONE registrieren. Die Veröffentlichung der Normungsroadmap ist für November 2022 geplant.

Der Fachbeirat Circular Economy von DIN und DKE in der Koordinierungsstelle Umweltschutz koordiniert die Arbeiten an der Normungsroadmap. Als Vorsitzender des Fachbeirats fungiert der ehemalige BMU-Abteilungsleiter Helge Wendenburg.

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