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Mehr Schrott im Hochofen mit neuem TSR-Verfahren

v.l.n.r.: Bernd Fleschenberg, COO TSR Recycling, Michael Hensmann, Abteilungsleiter „Ressourcentechnologie Einsatzstoffe“ BFI, Prof. Dr. Andreas Pinkwart, Wirtschaftsminister NRW, Dr. Marie Jaroni, Head of Center of Decarbonization thyssenkrupp Steel, Samit Khayat, Geschäftsführer IN4climate, Dr. Marco Knepper, Leiter Metallurgie Schmelzbetrieb HKM
Übergabe des Fördermittelbescheids.
23.08.2021 − 

Ein neues Verfahren des Stahlschrott-Aufbereiters TSR soll die Treibhausgas-Emissionen der Stahlindustrie kurzfristig senken. Wie die Remondis-Tochter in der vergangenen Woche mitgeteilt hat, fördert das Land Nordrhein-Westfalen das zusammen mit den Stahlerzeugern thyssenkrupp Steel (tkSE) und Hüttenwerke Krupp Mannesmann realisierte Projekt „Reders“ („Reduzierte CO2-Emissionen durch Erhöhung der Recyclingquote bei der Stahlherstellung“) mit 6,4 Mio €. Die wissenschaftliche Leitung des Projektes hat das VDEh-Betriebsforschungsinstitut.

Die Stahlerzeugung ist ein energie- und treibhausgasintensiver Industrieprozess. Nach Angaben der Deutschen Emissionshandelsstelle im Umweltbundesamt (DEHSt) hat der Bereich Eisen und Stahl im Jahr 2019 die Freisetzung von rund 35,6 Mio Tonnen CO2-Äquivalenten in Deutschland verursacht. Eine Möglichkeit, den Ausstoß von klimaschädlichen Treibhausgas-Emissionen in der Stahlerzeugung zu senken ist es, den Schrotteinsatz zu erhöhen. Doch gerade im konventionellen Hochofenverfahren sind dem Sekundärrohstoffeinsatz prozessbedingt Grenzen gesetzt.

Zertifiziertes Produkt aus Konsumentenschrotten

Hier setzt das neue TSR-Verfahren an. TSR stellt dabei nach eigenen Angaben aus üblichen Vormaterialen – sprich Konsumentenschrotten – ein neuartiges, zertifiziertes Produkt her, das im Hochofen eingesetzt und darüber hinaus den Recyclinganteil im Konverterprozess steigern kann.

Durch eine Erhöhung des Recyclinganteils in der Stahlproduktion könnten die CO2-Ausstöße deutlich reduziert werden: Denn durch den Einsatz des Recyclingprodukts werde weniger Einblaskohle und Koks benötigt. Pro Tonne Recyclingmaterial im Hochofen könne etwa eine Tonne CO2 vermieden werden. Im Konverter könnten sogar 1,7 Tonnen CO2 pro Tonne eingesetzten Recyclingmaterials eingespart werden.

Die am Projekt beteiligten Stahlerzeuger betonten die Notwendigkeit, kurzfristig die CO2-Emissionen zu senken. "Wir müssen schnell Fortschritte bei der Reduzierung der CO2-Emissionen erzielen", sagte der CTO von thyssenkrupp Steel, Arnd Köfler. "Daher nutzen wir bei tkSE alle Möglichkeiten, auch im traditionellen Produktionsverfahren CO2 zu vermeiden." Der Einsatz von hochwertigem schrottbasierten Recyclingmaterial im Hochofen sei ein innovativer Schritt, so Köfler weiter.

"Mit diesem neuen Produkt können wir einen erheblichen Anteil des zukünftigen Rohstoffbedarfs der europäischen Industrie nachhaltig decken", ergänzte TSR-COO Bernd Fleschenberg. Der regelmäßige Einsatz des mit dem neuen Verfahren produzierten Recyclingmaterials soll im Herbst 2022 beginnen.

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