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Kunststoffverarbeiter warnen vor Populismus der Politik


EuPC warnt: Einweg-Kunststoff-Richtlinie
nicht so positiv wie erwartet.
21.01.2020 − 

Die Kunststoffverarbeiter in Europa kritisieren massiv die Politik der EU und Mitgliedstaaten. Alle bisherigen Maßnahmen bestraften nur Kunststoffprodukte und nicht das Verhalten. Dies widerspreche der Weiterentwicklung eines Kreislaufwirtschaftsmodells. Der europäische Dachverband EuPC fragt, ob der Fonds für den "Green Deal" der EU Mittel für den Verlust von Arbeitsplätzen in Europa und die Schließung von Kunststoffverarbeitungsanlagen bereitstellen werde.

Entscheidungen zum Verzicht auf Kunststoffe würden ohne Berücksichtigung der Umweltauswirkungen von Alternativen oder der Frage getroffen, ob eine angemessene Infrastruktur für die Sammlung und Behandlung vorhanden sei, schreibt EuPC in einer Mitteilung. Es würden schnell und oberflächlich Verbote von Einwegartikeln aus Kunststoff ausgesprochen, die viele wichtige Funktionen in Bezug auf Gesundheit, Hygiene und Haltbarkeit von Lebensmitteln erfüllten. Dies wirke sich bereits jetzt negativ auf die Umwelt aus. Die Kluft zwischen Realität und Politik werde von Tag zu Tag größer, so die Kritik des Verbands.

Auch seien Alternativen zu Kunststoffen bei weitem weniger umweltfreundlich, da sie mehr Wasser und Energie verbrauchten und viel mehr CO2 verursachten. Laut EuPC sind die Gesamtumweltauswirkungen der „populistischen“ Einweg-Kunststoff-Richtlinie nicht so positiv wie bei ihrer Verabschiedung 2019 erwartet.

Dagegen fordere der "Green Deal" der EU-Kommission jetzt weniger Materialverbrauch in Europa. „Wie können wir beide Ziele vereinbaren?", fragt EuPC-Geschäftsführer Alexandre Dangis. „Wir hoffen, dass wir bald die Gelegenheit bekommen, EU-Kommissar Sinkevičius zu erklären, was derzeit in der Realwirtschaft geschieht und welche Risiken es birgt, aus der Nutzung von Kunststoffen auszusteigen, ohne die Folgen für Gesundheit, Umwelt und Arbeitsplätze richtig abzuschätzen." Der EU-Kommissar hatte unlängst angekündigt, auch ein Verbot von Kunststoffverpackungen zu prüfen.

Die Folgen eines Verbotes wären aus Sicht des Branchenverbandes schädlich für Umwelt und Gesundheit sowie die Lebensmittelsicherheit. „Wir würden erwarten, dass die EU-Kommission stattdessen eine vollständige Umsetzung eines Kunststoff-Deponieverbots in Europa durch die Mitgliedstaaten ohne Ausnahmen gewährleistet." Das würde bedeuten, in der Abfallwirtschaft eine Führungsrolle zu übernehmen. „Aber auch hier sehen wir noch sehr wenige Aktivitäten und viele konservative Maßnahmen in einem Europa, das zersplittert ist, wenn es um Abfallwirtschaftspläne geht."

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