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Kommunen und Wirtschaft warnen vor Entsorgungsengpass im Westen von NRW


Vorhandene Restkapazitäten der DK-I-Deponien im
Regierungsbezirk Düsseldorf sind bald verfüllt.
04.03.2020 − 

Im Regierungsbezirk Düsseldorf im Westen Nordrhein-Westfalens drohen Entsorgungsengpässe für gewerbliche Abfälle. Davor warnt der von zahlreichen Kommunen und drei Industrie- und Handelskammern getragene Verein zur Förderung der Abfallwirtschaft Region Rhein-Ruhr-Wupper (AWRRW). Er stützt sich dabei auf ein aktuelles Gutachten der Forschungs- und Beratungsinstitute Infa und Prognos, das einen Bedarf an zusätzlichen Deponiekapazitäten aufzeigt und vor einer Verknappung der Verbrennungskapazitäten für Gewerbeabfall sowie Sondermüll warnt.

„Es besteht insbesondere ein Bedarf für Deponien der Deponieklasse 0 für zum Beispiel unbelasteten Bodenaushub. Hier verfügt der Regierungsbezirk Düsseldorf über keine ausreichenden Deponiekapazitäten“, so der Vorsitzende des Abfallwirtschaftsvereins Nils Hanheide. „Dies wird Auswirkungen in Form von längeren Transportwegen und höheren Entsorgungskosten für die Abfälle haben, die auf diesen Deponien abzulagern sind.“

Aber auch bei den Deponieklassen I und II neigt sich laut AWRRW das ausgebaute Restvolumen dem Ende zu. Nur wenn alle derzeit in Planung befindlichen Erweiterungen bzw. Neueinrichtungen auch umgesetzt werden, reichten die DK-I- und DK-II-Kapazitäten über den der Studie zugrunde liegenden Prognosezeitraum 2030 hinaus. Sollten diese Deponieprojekte nicht umgesetzt werden, drohe bei den vorhandenen DK-I-Deponien bereits kurzfristig ein Anlieferungsstopp.

Beim Entsorgungspfad Verbrennung deutet sich laut Gutachten ebenfalls eine weitere Verknappung der Kapazitäten für die Entsorgung gewerblicher Abfälle an. Grund hierfür seien anstehende Modernisierungen in zahlreichen Müllverbrennungsanlagen sowie eine eventuelle Verschiebung von Abfallströmen aus dem Ausland nach Deutschland infolge der neuen Besteuerung der Abfallverbrennung in den Niederlanden sowie ähnlicher Pläne in anderen europäischen Ländern. „Kommt dies alles zusammen, so wird sich das einschränkend auf die Entsorgung von Gewerbeabfällen in Müllverbrennungsanlagen auswirken", warnt Hanheide.

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