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Keine Getrenntsammlung in Quarantäne-Haushalten

Mülltrennung
Keine Mülltrennung für Quarantäne-Haushalte
27.03.2020 − 

Haushalte, die sich in Folge einer Infektion mit dem Coronavirus infiziert haben oder die vorsorglich in Quarantäne sind, sollen ihren Abfall temporär nicht trennen. Darauf haben sich Bund und Länder in einer Telefonkonferenz diese Woche geeinigt. Für alle übrigen Haushalte bleibt alles beim Alten.

Wie das Bundesumweltministerium (BMU) mitteilte, sollen private Haushalte, in denen infizierte Personen oder begründete Verdachtsfälle von Covid-19 in häuslicher Quarantäne leben, ihre Haushaltsabfalle weitestgehend über den Restmüll entsorgen. Dazu zählen auch Verpackungsabfälle, Altpapier und Biomüll.

Glasabfälle und Pfandverpackungen sollen im Haushalt "zwischengelagert" werden

Nicht über den Hausmüll entsorgt werden sollen Glasabfälle und Pfandverpackungen sowie Elektro- und Elektronikabfälle, Batterien und Schadstoffe. Diese Abfälle sollen nach der Gesundung und Aufhebung der Quarantäne wie gewohnt getrennt entsorgt werden.

Die Vorsichtsmaßnahmen orientieren sich an den Empfehlungen des Robert-Koch-Instituts (RKI). Das RKI hatte empfohlen, Abfälle aus Haushalten, die mit Sektreten und Exkrementen kontaminiert sind, immer als gemischten Siedlungsabfall mit dem Abfallschlüssel 20 03 01 zu entsorgen.

Bisher seien zwar keine Fälle bekannt, bei denen sich Personen durch Berührung von kontaminierten Oberflächen mittels Kontaktinfektion angesteckt haben, heißt es in der Mitteilung des BMU. Dennoch sei dieser Übertragungsweg nicht auszuschließen. Die Empfehlungen des BMU in Abstimmung mit den für die Abfallentsorgung zuständigen Ministerien der Bundesländer sollen daher dem Schutz der Hausmeister, Nachbarn in Mehrparteienhäusern sowie der Mitarbeiter in Entsorgungsunternehmen dienen.

Baden-Württemberg und das Saarland äußern sich

Die Bundesländer haben sich auf ein vergleichbares Vorgehen verständigt. Im Detail seien Abweichungen möglich, so das BMU. Unmittelbar nach der Telefonkonferenz Mitte der Woche hatten sich die Umweltminister aus Baden-Württemberg und dem Saarland bereits selbst zu Wort gemeldet. "Auch über nachlässig entsorgte Abfälle aus Quarantäne-Haushalten, Arztpraxen oder Kliniken ist die Ansteckung mit dem Coronavirus eventuell möglich", sagte der baden-württembergische Umweltminister Franz Untersteller (Grüne).

Der saarländlische Umweltminister Reinhold Jost (SPD) formulierte es deutlich: "Abfälle aus Haushalten, die unter Quarantäne stehen, gehören alle in die Restmülltonne. Sie sollen nicht, wie sonst üblich, getrennt entsorgt werden."

Bereits in der vergangenen Woche hatte das Schweizer Bundesamt für Umwelt (Bafu) eine entprechende Empfehlung ausgesprochen. In Haushalten, in denen erkrankte oder unter Quarantäne stehende Personen leben, solle auf die Abfalltrennung verzichtet werden, heißt es in der Empfehlung des Bafu an die Kantone.

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