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EU-Kommission will Sammelziel für Gerätebatterien auf 70 Prozent anheben


Der neue Rechtsrahmen zur Sammlung und Verwertung
von Altbatterien wurde heute in Brüssel vorgestellt.
10.12.2020 − 

Die EU-Kommission will die Mindestvorgaben zur Sammlung von Gerätebatterien deutlich verschärfen. Bereits ab 2025 soll das gegenwärtige Sammelziel von 45 auf 65 Prozent steigen. Ab 2030 soll die Mindestquote dann auf 70 Prozent angehoben werden. Das geht aus dem heute vorgestellten Vorschlag der Kommission zur Schaffung eines neuen Rechtsrahmens für Batterien hervor. Die bisherige Batterierichtlinie soll dabei durch eine Verordnung ersetzt werden, um eine möglichst einheitliche Umsetzung der Vorgaben in den Mitgliedstaaten zu gewährleisten. Anwendungsbeginn für die neuen Regelungen soll der 1. Januar 2022 sein.

Mit der Anhebung der Mindestvorgaben will die Kommission die Sammlung und das Recycling der Gerätebatterien europaweit deutlich verbessern. Aber auch Industrie-, E-Fahrzeug- und Starterbatterien müssten vollständig gesammelt werden, betont die Kommission. Alle gesammelten Batterien sollen recycelt werden, wobei insbesondere bei wertvollen Materialien wie Kobalt, Lithium, Nickel und Blei hohe Verwertungsquoten erreicht werden müssen, heißt es.

Für Industrie- und Autobatterien sowie für Traktionsbatterien aus Elektrofahrzeugen plant die Kommission zudem Vorgaben zum Mindesteinsatz von Rezyklaten. So soll der Mindestrezyklagehalt bei diesen Batterietypen ab 2030 für Kobalt bei zwölf Prozent, für Blei bei 85 Prozent sowie für Lithium und Nickel bei jeweils vier Prozent liegen. Ab 2035 sollen die Werte für Kobalt dann auf 20 Prozent, für Lithium auf zehn Prozent und für Nickel auf zwölf Prozent angehoben werden.

Erweiterte Definition für Gerätebatterien

Der Vorschlag der Kommission sieht zudem auch eine neue Definition für Gerätebatterien vor. Dazu sollen künftig alle versiegelten Batterien und Akkus bis zu einem Gewicht von fünf Kilogramm gehören, die nicht für industrielle Zwecke ausgelegt und weder als Elektrofahrzeugbatterie noch als Autobatterie eingestuft sind. Somit dürften künftig etwa auch Akkus aus Elektrofahrrädern als Gerätebatterien gelten. Bei den Sammelzielen für Gerätebatterien sollen die Akkus für „leichte Transportmittel“, also solche für Elektroräder und E-Scooter, jedoch zunächst ausgenommen werden. Hierzu soll die Einführung eines separaten Sammelziels erst bis Ende 2030 geprüft werden.

Kommissionsvizepräsident Frans Timmermans zeigte sich bei der Vorstellung der neuen Verordnung überzeugt, dass damit die ökologischen und sozialen Auswirkungen aller Batterien während ihres gesamten Lebenszyklus verringert werden können. „Der heutige Vorschlag ermöglicht es der EU, die Verwendung und Produktion von Batterien auf eine sichere, zirkuläre und gesunde Art und Weise zu steigern“, sagte er in Brüssel.

„Mit diesem innovativen EU-Vorschlag zu nachhaltigen Batterien geben wir der Kreislaufwirtschaft im Rahmen unseres neuen Aktionsplans den ersten großen Schub“, ergänzte Umweltkommissar Virginijus Sinkevičius. Batterien seien für wichtige Sektoren der Wirtschaft und Gesellschaft wie Mobilität, Energie und Kommunikation von entscheidender Bedeutung. Daher müsse sichergestellt werden, dass die in den Batterien enthaltenen Wertstoffe nicht im Abfall verloren gehen. Außerdem müsse die Nachhaltigkeit von Batterien Hand in Hand mit ihrer wachsenden Menge auf dem EU-Markt gesteigert werden, betonte Sinkevičius.

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