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Chemisches Recycling von Verpackungen aus Kunststoff ist keine werkstoffliche Verwertung

Quoten des Verpackungsgesetzes mit chemischem Recycling erfüllen? Nein, sagt das BMU.
Quoten des Verpackungsgesetzes mit chemischem
Recycling erfüllen? Nein, sagt das BMU.
16.10.2018 − 

"Das chemische Recycling ist keine werkstoffliche Verwertung im Sinne des Verpackungsgesetzes." Das erklärte ein Sprecher des Bundesumweltministeriums auf Anfrage von EUWID.

Grund für die Anfrage war, dass derzeit einige Projekte in Deutschland und anderen EU-Staaten laufen, die mittels Vergasung, Pyrolyse, Hydrierung und anderen rohstofflichen Verfahren Kunststoffabfälle wieder in niedermolekulare Produkte (Monomere oder hochwertige Öle und Flüssiggas) umwandeln, die dann als Ersatz für fossile Rohstoffe (Erdöl, Kohle oder Erdgas) gegebenenfalls wieder zur Produktion neuer Kunststoffe dienen.

Das deutsche Verpackungsgesetz schreibt bei Kunststoffverpackungen hohe Quoten für die "werkstoffliche Verwertung" vor. In Fachkreisen gibt es die Ansicht, dass die Definition der "werkstofflichen Verwertung" im Gesetz auch chemische Verfahren abdeckt, soweit wieder Kunststoffe erzeugt werden. Somit wären die werkstofflichen Quotenvorgaben des Verpackungsgesetzes auch über chemische oder rohstoffliche Verwertungsverfahren zu erfüllen.

Dieser Auffassung widerspricht das Bundesumweltministerium: "Bei einer werkstofflichen Verwertung wird ein Kunststoff als Werkstoff wieder in der Produktion eingesetzt. Bei einer chemischen oder rohstofflichen Verwertung ist dies nicht der Fall."

Einen ausführlicheren Artikel lesen Sie in Ausgabe 42/2018 von EUWID Recycling und Entsorgung.

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