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Bundesweit große Unterschiede bei der Sammlung über die Biotonne


Die über die Biotonne gesammelten Mengen liegen
bundesweit stark auseinander.
01.02.2019 − 

Seit Anfang 2015 gilt eine bundesweite Pflicht zum getrennten Sammeln von Bioabfällen. Dennoch haben auch knapp vier Jahre später noch nicht alle Kreise und kreisfreien Städte die Biotonne eingeführt. Zu den deutschen Vorreitern der Biotonnenabfall-Sammlung zählt Schleswig-Holstein, das bereits Ende der 1990er-Jahre den nahezu flächendeckenden Anschluss herstellte. Insoweit ist es schlüssig, das Schleswig-Holstein in einem von EUWID vorgenommenen Ländervergleich der Biotonnen-Sammlung mit einer einwohnerspezifischen Sammelmenge von 92 Kilogramm im Jahr 2017 deutschlandweit den Spitzenplatz belegte. Nahezu gleichauf lag Hessen mit 91 Kilogramm pro Kopf, und auch Rheinland-Pfalz erreichte im Jahr 2017 mit 80 Kilogramm je Einwohner einen weit überdurchschnittlichen Wert.

Im Bundesdurchschnitt wurden im Jahr 2017 je Einwohner rund 59 Kilogramm Bioabfall über die Biotonne erfasst, wie das Statistische Bundesamt kürzlich bekannt gab. Der jetzt von EUWID erstellte Ländervergleich zeigt allerdings die deutliche Spreizung der einwohnerspezifischen Sammelmengen zwischen den Bundesländern. Während die Pro-Kopf-Sammelmenge in sechs Bundesländer über dem Bundesdurchschnitt liegt (neben Schleswig-Holstein, Hessen und Rheinland-Pfalz sind dies noch Nordrhein-Westfalen, Sachsen-Anhalt und Niedersachsen), weisen die restlichen zehn Bundesländer teilweise leicht, teilweise stark unterdurchschnittliche Werte auf.

Vor allem in den ostdeutschen Ländern – mit Ausnahme Sachsen-Anhalts – wird noch relativ wenig Bioabfall getrennt über die Biotonne erfasst. Schlusslicht ist Brandenburg mit einer Pro-Kopf-Menge von gerade einmal elf Kilogramm. Und auch Berlin und Mecklenburg-Vorpommern hinken mit einwohnerspezifischen Sammelmengen von 23 bzw. 29 Kilogramm weit hinterher.

Eine geringe Getrennterfassung von Bioabfall über die Biotonne ist allerdings nicht gleichbedeutend mit einer geringen Gesamtsammelmenge organischer Abfälle. So hat etwa Thüringen im Jahr 2017 mit 111 Kilogramm je Einwohner nur geringfügig weniger Bioabfälle eingesammelt als Biotonnen-Spitzenreiter Schleswig-Holstein (121 kg/E). Bei den thüringischen Sammelmengen handelt es sich aber größtenteils um Grüngut, Garten- und Parkabfälle, die im Bringsystem über Annahmestellen oder Sammelcontainer erfasst werden. Im Bundesdurchschnitt wurden 2017 je Einwohner 125 Kilogramm organische Abfälle getrennt erfasst mit Rheinland-Pfalz als Spitzenreiter mit 173 Kilogramm je Einwohner und Berlin als Schlusslicht mit lediglich 25 Kilogramm pro Kopf.

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