|  

Bundesratsumweltausschuss kommt E-Schrottrecyclern bei Behandlungsverordnung entgegen


Recyclingverbände befürchten durch die Pläne der
Bundesregierung enorme Mehrkosten bei der Altgerätebehandlung.
29.04.2021 − 

Im Gesetzgebungsverfahren zur neuen Behandlungsverordnung für Altgeräte hat die Recyclingwirtschaft einen wichtigen Etappensieg errungen. So empfiehlt der Umweltausschuss des Bundesrats eine Ergänzung hinsichtlich der geplanten Vorgabe zur Entfernung bestimmter Bauteile, Stoffe und Gemische vor einer mechanischen Zerkleinerung aus den Altgeräten. Von der manuellen Entfernung vor mechanischer Zerkleinerung soll abgesehen werden können, wenn mit dem gewählten Behandlungsverfahren eine vergleichbare Effizienz und Qualität der Wertstoff- und Schadstoffseparierung sichergestellt werden kann, schlägt der Ausschuss vor.

Eine zwingende Festlegung auf eine Entfernung der aufgelisteten Materialien vor einer mechanischen Zerkleinerung sei praxisfern und nach umweltpolitischen Abwägungsgründen auch nicht zwingend notwendig, heißt es zur Begründung. Die Festlegung einer verpflichtenden Entfernung von Bauteilen und Stoffen vor einer mechanischen Zerkleinerung erfordere andernfalls ein manuelles Verfahren zur Entfernung und dürfte dadurch die Verwertungskosten erheblich ansteigen lassen, warnt der Ausschuss. Außerdem würden bewährte Separationsverfahren und etablierte, mit hohen Investitionen eingeführte Verarbeitungsprozesse für Altgeräte obsolet sowie die Entwicklung von neuen Technologien zur Separierung stark eingeschränkt.

Damit folgt der Ausschuss der Argumentation der Recycling- und Entsorgerverbände BDE, BDSV, bvse und VDM, die im Vorfeld der Ausschussberatungen in einem gemeinsamen Schreiben vor einer Einschränkung zugelassener Verarbeitungstechniken gewarnt und für Technologieoffenheit plädiert hatten. Mit der Festlegung auf ausschließlich manuelle Verfahren zur Entfernung sei mit erheblichen Kostensteigerungen zur rechnen. Allein für die manuelle Verarbeitung von gegenwärtig jährlich rund 60.000 Tonnen kleinen IT-Altgeräten der Kategorie 6 rechneten die Verbände mit zusätzlichen Personalkosten in Höhe von 70 Mio €.

Den kompletten Vorbericht zur Abstimmung des Bundesrates zur Altgeräte-Behandlungsverordnung sowie zur ElektroG-Novelle lesen Sie kommende in EUWID Recycling und Entsorgung 18/2021.  Für Kunden unseres Premium-Angebots steht die Ausgabe bereits als E-Paper zur Verfügung:

E-Paper - EUWID Recycling und Entsorgung

Diesem Artikel zugeordnete Schlagworte:

zurück − Anschlussförderung für Altholz weiterhin unter EU-Vorbehalt

DIN-Standard für recyceltes Plastik schließt Lücke in der Normung  − vor