|  

Behandelte Altgerätemenge deutlich gestiegen


(Symbolbild)
20.03.2018 − 

In Deutschland wurden im Jahr 2016 deutlich mehr Elektro- und Elektronikaltgeräte in Erstbehandlungsanlagen behandelt. Laut aktuellen Zahlen des Statistischen Bundesamtes wurden insgesamt mehr als 780.000 Tonnen E-Schrott von den Anlagen angenommen. Das waren neun Prozent oder rund 60.000 Tonnen mehr als noch ein Jahr zuvor. Sogar um rund 100.000 Tonnen ist die recycelte Menge gestiegen. Da die Menge des energetisch verwerteten E-Schrotts nahezu unverändert bei 70.000 Tonnen lag und die Beseitigungsmenge um mehr als zwei Drittel auf etwa 25.000 Tonnen gesunken ist, stieg die Altgeräteverwertungsquote im Jahr 2016 um fünf Prozentpunkte auf 95 Prozent.

Die starke Zunahme der behandelten Altgerätemengen könnte eine direkte Folge der Ende 2015 in Kraft getretenen Novelle des ElektroG sein. Dadurch wurden unter anderem die Registrierungs- und Meldepflichten für Erstbehandlungsanlagen verschärft. Das Statistische Bundesamt weist für 2016 eine deutlich höhere Zahl an Erstbehandlungsanlagen aus. Insgesamt 317 Anlagen nahmen Altgeräte verschiedener Kategorien zur Verwertung entgegen, das waren fast 40 mehr als noch 2015. Drei Viertel aller Recycler nahmen Haushaltsgroßgeräte an, zwei Drittel verarbeiteten auch ITK-Geräte und mehr als die Hälfte nahmen Kleingeräte zur Verarbeitung entgegen.

Verantwortlich für das Mengenwachstum sind vor allem Groß- und Kleingeräte aus dem Haushaltsbereich. Hier weist die Statistik zweistellige Zuwächse für 2016 aus. Sogar um fast die Hälfte ist die Menge elektrischer und elektronischer Werkzeuge in den Erstbehandlungsanlagen gestiegen. Mit rund 40.000 Tonnen spielt diese Gerätekategorie allerdings nur eine untergeordnete Rolle. Die Menge der 2016 erstmals separat ausgewiesenen Photovoltaikmodule belief sich auf 9.000 Tonnen.

Sammelziel von 45 Prozent wahrscheinlich erreicht

Die Zahlen zur Verarbeitung des E-Schrotts in deutschen Anlagen sind auch ein guter Indikator für die Sammelanstrengung in Deutschland. So lagen die von der Bundesrepublik an die EU-Kommission übermittelten Daten zur Erfassung von Altgeräten in den vergangenen Jahr jeweils nur wenige Tausend Tonnen über den Werten, die das Statistische Bundesamt für die Erstbehandlungsanlagen ausgewiesen hat. Sollten im Jahr 2016 tatsächlich fast 800.000 Tonnen E-Schrott erfasst worden sein, dann resultiert daraus eine Sammelquote von über 50 Prozent – die Mindestquote der EU von 45 Prozent hätte Deutschland sicher erfüllt.

Für das Jahr 2015 lag die Sammelquote in Deutschland lediglich bei 42,5 Prozent. Pro Kopf wurden in Deutschland laut offiziellen Zahlen rund 8,8 Kilogramm E-Schrott gesammelt.

Die Ausgabe 13/2018 von EUWID Recycling und Entsorgung ist erschienen. Die Übersicht der Themen finden Sie in unserem aktuellen E-Paper:

E-Paper EUWID Recycling und Entsorgung 13/2018

 

EUWID Recycling und Entsorgung erscheint jeden Mittwoch als Printausgabe. Premium-Abonnenten können die aktuelle Ausgabe bereits ab Dienstag 14.00 Uhr als E-Paper lesen.

Unsere Marktberichte stehen unseren Premium-Abonnenten frühzeitig online zur Verfügung.

Bei Fragen wenden Sie sich bitte an unseren Kundenservice.

Diesem Artikel zugeordnete Schlagworte:

zurück − Reaktion auf ELS-Insolvenz: Stadt Mannheim will übernehmen

Deutsche Umwelthilfe kritisiert mangelhafte Bioabfallsammlung  − vor