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BDE und Scholz fordern neue Zielquoten für das Altauto-Recycling


Forderung nach qualitätsbezogenen
Zielquoten für das Altauto-Recycling.
20.04.2020 − 

Aus Sicht des Bundesverbands der Deutschen Entsorgungswirtschaft (BDE) wird es zukünftig fast unmöglich sein, die in der Altfahrzeugverordnung entsprechend der EU-Vorgaben gesetzten Recycling- und Verwertungsquoten für Altautos zu erreichen. Grund hierfür sei der zunehmende Anteil von Kunststoffen in Fahrzeugen bei gleichzeitig schwindendem Metallgehalt.

In der gemeinsam mit dem Mitgliedsunternehmen Scholz Recycling verfassten Stellungnahme zum kürzlich vom Bundesumweltministerium veröffentlichten Referentenentwurf zur Änderung der Altfahrzeugverordnung macht sich der BDE daher für neue Zielquoten stark. Diese dürften sich nicht mehr nur ausschließlich auf quantitative Ziele beziehen, sondern es sollten auch neue qualitäts- und ressourcenbezogene Ziele eingeführt werden.

Erweiterte Herstellerverantwortung als Schlüssel für mehr Recycling

Um die Recyclingquoten in der EU überhaupt noch einhalten zu können sowie die Ziele für Ressourceneffizienz zu erreichen, zähle es zudem zu den wichtigsten Herausforderungen, dass die Recyclingfähigkeit der Fahrzeuge verbessert wird. So gebe es bisher nur wenige großtechnische Recyclingtechnologien für die im Sinne „klimafreundlicher“ Fahrzeugkonzepte heutzutage verbaute Vielzahl von Materialien und „innovativen Werkstoffen“. In der Folge seien immer mehr manuelle Demontageschritte erforderlich, was die Recyclingkette unwirtschaftlich mache.

Der Schlüssel zu mehr Recycling liegt laut BDE und Scholz daher vor allem in einer „erweiterten Herstellerverantwortung“. Die neue Definition hierzu in der Abfallrahmenrichtlinie verdeutliche, dass eine Reihe von Maßnahmen ergriffen werden müsse, um die Hersteller zu verpflichten, die finanzielle und organisatorische Verantwortung für das Management des gesamten Lebenszyklus eines Produktes zu übernehmen. Ökodesign für mehr Recycling zähle ebenso zu einer solchen erweiterten Herstellerverantwortung wie finanzielle Anreize für den letzten Eigentümer, Forschungsanreize für neue Recyclingtechnologien sowie neue Informationstools zu kritischen und gefährlichen Komponenten, regen BDE und Scholz entsprechende Konkretisierungen in der Altfahrzeugverordnung an.

Den ausführlichen Artikel zur BDE-Stellungnahme mit den konkreten Änderungsvorschlägen zur Altfahrzeugverordnung lesen Sie in EUWID Recycling und Entsorgung 17/2020. Außerdem berichten wir auch über die Stellungnahme von BDSV und bvse zur geplante Novelle. Für Kunden unseres Premium-Angebots steht die Ausgabe bereits ab Dienstag, 14 Uhr als E-Paper zur Verfügung:

E-Paper - EUWID Recycling und Entsorgung

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