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BDE, bvse, Nabu und GftZ für erweiterte Herstellerverantwortung bei Textilien

Altkleider
BDE, bvse, Nabu und GtfZ plädieren für eine erweiterte
Herstellerverantwortung bei Textilien.
11.12.2020 − 

Der Alttextilmarkt funktioniert nicht mehr so wie früher und eine Wende ist nicht absehbar. Daher plädieren die Entsorgerverbände BDE und bvse, der Umweltverband Nabu und die Gemeinschaft für textile Zukunft (GftZ) in einer gemeinsamen Stellungnahme für eine erweiterte Herstellerverantwortung für Textilien. Erfahrungen mit anderen Abfallströmen sowie Studien aus anderen Ländern zeigten, dass durch eine erweiterte Herstellerverantwortung auf allen Ebenen eine positive Einflussnahme möglich sei, heißt es in dem gemeinsamen Papier.

Der Wandel werde unter anderem durch den aktuellen Trend zu „Fast Fashion“ notwendig, heißt es in dem Papier. Die übliche Nutzungsdauer von Textilien habe in den letzten Jahren deutlich abgenommen. In der Folge gelangt immer mehr Billigware auf den Markt, die aus Materialmixen besteht. Dadurch sinkt die Qualität der Textilien, was sich wiederum negativ auf die Reparierbarkeit und die Langlebigkeit der Produkte auswirkt. Selbst etablierte Verwertungsverfahren würden immer schwieriger.

Doch nicht nur die Qualität der Sammelware in Europa leidet: Minderwertige Textilien aus Asien konkurrieren in den Entwicklungsländern mit Second-Hand-Ware und machen europäischen Händlern die Absatzwege für „Mitumba“ streitig.

Frankreich hat mit Re Fashion bereits ein System für Textilien

Bislang hat nach Angaben der Unterzeichner nur Frankreich mit "Re Fashion" – der früheren Eco-TLC – ein System einer erweiterten Herstellerverantwortung für Bekleidung, Textilien, und Schuhe eingeführt. Doch auch Schweden und die Niederlande hätten inzwischen entsprechende Regierungsbeschlüsse gefasst. Gesetzliche Regelungen seien hier in der Vorbereitung. Außerdem hat Spanien den Angaben zufolge angekündigt, ein System der erweiterten Herstellerverantwortung für Textilien aufbauen zu wollen.

Nabu, bvse, BDE und GftZ warnen allerdings davor, bereits bestehende Gesetze zur erweiterten Herstellerverantwortung aus anderen Bereichen einfach auf Textilien zu übertragen. Das sei aufgrund der großen individuellen Besonderheiten und der bereits bestehenden Infrastruktur nicht sinnvoll, heißt es in dem Papier.

Zwar unterstützen die Unterzeichner bestimmte Ideen, welche Bereiche die erweiterte Herstellerverantwortung für Textilien umfassen könnte. Dazu gehören unter anderem Vorgaben zur Herstellung und das Design von Textilien, Mindestanforderungen an die Sortierung und die Wiederverwendung oder auch Finanzierungsmechanismen für die gesamte abfallwirtschaftliche Prozesskette. Konkrete Modelle sind das nicht, sie sollen zunächst diskutiert werden. Anschließend könnte eine gesetzliche Regelung vorbereitet werden.

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