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Altpapier-Exportverbot nach Indien soll korrigiert werden


Altpapierlieferungen aus der EU nach Indien werden aller
Voraussicht nach nur für wenige Wochen verboten.
26.10.2021 − 

Das Exportverbot für Altpapier nach Indien in einer neuen EU-Verordnung ist tatsächlich die Folge eines Versehens. Ein Mitarbeiter der indischen Botschaft habe die Europäische Kommission kontaktiert und bestätigt, dass die Antwort der indischen Regierung auf eine Anfrage aus Brüssel einen unbeabsichtigten Fehler enthielt, berichtete Andreas Otto, der Vize-Präsident von ERPA, der Fachsparte Altpapier des europäischen Recyclingverbands EuRIC. Die Antwort der Regierung bildete eine der Grundlagen für die neue EU-Verordnung 2021/1840, die vergangene Woche verabschiedet wurde. Sie aktualisiert die Vorschriften für die Ausfuhr von Abfällen der grünen Liste zur Verwertung in Staaten, die nicht der OECD angehören.

Die EU-Kommission werde nun ein „Corrigendum-Verfahren“ für die Verordnung einleiten, sobald sie das offizielle Ersuchen Indiens erhalten habe. Dieses Korrekturverfahren werde jedoch etwa sechs bis acht Wochen in Anspruch nehmen, berichtete Otto gegenüber EUWID. Dies werde zu einer „Lücke“ zwischen dem Inkrafttreten der neuen Verordnung am 10. November und dem der Korrektur gegen Mitte oder Ende Dezember führen. Während dieser Zeit werde das Exportverbot Bestand haben.

Die indische Papierindustrie ist auf importiertes Altpapier als Rohstoff angewiesen und war in der ersten Jahreshälfte der wichtigste Zielmarkt für Exporte aus der EU. Die monatlichen Liefermengen schwankten dabei zwischen rund 66.000 Tonnen im Mai und rund 150.000 Tonnen im März. Die größten Mengen stammten aus Spanien, Italien und den Niederlanden.

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