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Altgeräte-Sammelmenge steigt 2019 nur leicht an


Die Mengen in der E-Schrottsammlung bleiben weiter
deutlich hinter den Mindestvorgaben zurück.
13.08.2020 − 

Die Hoffnungen auf spürbar wachsende Erfassungsmengen beim E-Schrott erhalten einen weiteren Dämpfer. Laut aktuellen Zahlen der Stiftung Elektro-Altgeräte Register (EAR) ist die Sammelmenge im letzten Jahr nur geringfügig gestiegen. Mit 720.000 Tonnen lag die von der EAR erfasste Menge lediglich um rund zwei Prozent bzw. rund 17.000 Tonnen über dem Vorjahreswert.

Für die Erreichung der ab 2019 geltenden neuen Mindestquote von 65 Prozent ist der von der EAR ausgewiesene Mengenanstieg lediglich ein Tropfen auf den heißen Stein. Die Zahlen bilden zwar nur einen Teil der Altgerätesammlung in Deutschland ab, da für die Meldung der offiziellen Zahlen an die EU-Kommission auch noch zusätzliche Zahlen vom Statistischen Bundesamt einbezogen werden – diese lagen 2018 um rund 150.000 Tonnen über der EAR-Menge.

Um das Sammelziel von 65 Prozent zu erreichen, hätten im letzten Jahr allerdings fast 1,4 Mio Tonnen E-Schrott über die offiziellen Kanäle erfasst werden müssen. Also nahezu doppelt soviel wie von der EAR ausgewiesen. Bereits für 2018 hatte die Bundesrepublik das EU-Mindestziel von 45 Prozent verpasst.

Durch den Bezug der Mindestquote auf die in Verkehr gebrachte Menge an Neugeräten verschärft sich das Problem noch weiter. Denn die Verkaufsmenge an Neugeräten wächst weiterhin deutlich schneller als die Sammelmenge an Altgeräten. So wurden laut EAR im letzten Jahr fast 2,6 Mio Tonnen Neugeräte in Deutschland verkauft – allein 500.000 Tonnen mehr als noch 2017. Zur Erreichung des Sammelziels von 65 Prozent müssten dadurch in diesem Jahr über 1,5 Mio Tonnen E-Schrott in den offiziellen Kanälen erfasst werden.

Handel nimmt weniger Altgeräte zurück

Zur Steigerung der Sammelmengen werden wiederholt Forderungen zu einer stärkeren Einbindung des Handels laut. Tatsächlich tragen die Vertreiber weiterhin nur in sehr begrenztem Umfang zur Altgeräteerfassung bei. Für das letzte Jahr weist die EAR hier nur eine Menge von rund 77.000 Tonnen aus. Somit kommt nur etwa jedes zehnte Altgerät über den Handel zurück. Im Vergleich zu 2018 ist die Vertreiberrücknahme sogar um ein Viertel gesunken.

Die Mengen der übrigen Erfassungswege konnten hingegen gesteigert werden. Den größten Anteil hatten auch 2019 die von den Kommunen im Rahmen der Optierung gesammelten Mengen. Hier meldet die EAR ein Plus von vier Prozent auf 321.000 Tonnen. Ähnlich hoch fällt der Anstieg bei den über die Abholkoordination von den Herstellern abgeholten Mengen mit einem Plus von fast 10.000 Tonnen auf 276.000 Tonnen aus. Die Eigenrücknahmen der Hersteller nahmen um rund ein Sechstel auf 38.000 Tonnen zu. In Summe stieg die Sammelmenge aus privaten Haushalten somit minimal um rund ein Prozent auf 690.000 Tonnen an.

Die im EAR-System registrierten Mengen aus dem Gewerbe legten hingegen um mehr als ein Drittel zu. Mit rund 30.000 Tonnen spielen die Altgeräte aus dem B2B-Bereich in der EAR-Jahresstatistik allerdings weiterhin nur eine untergeordnete Rolle. In der offiziellen Meldung an die EU-Kommission hatte das Bundesumweltministerium die Sammelmengen an Altgeräten aus „anderen Quellen als privaten Haushalten“ für 2018 auf 80.000 Tonnen beziffert.

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