Die Umsetzung der von der Bundesregierung beschlossenen Nationalen Kreislaufwirtschaftsstrategie (NKWS) ist seit Monaten eines der am heißesten diskutierten Themen der Branche. Professor Henning Wilts beschäftigt sich als Abteilungsleiter für Kreislaufwirtschaft am Wuppertal Institut wissenschaftlich mit den Rahmenbedingungen für die Transformation zur Kreislaufwirtschaft. So begleitet das Institut im Auftrag des Bundesumweltministeriums auch die Umsetzung der NKWS. Ein weiterer Schwerpunkt in der Arbeit von Henning Wilts liegt auf der Abfallvermeidung. Im Gespräch mit EUWID erklärt er, auf was es bei der Umsetzung der NKWS aus seiner Sicht besonders ankommt und warum der Abfallvermeidung mehr Bedeutung beigemessen werden muss.
Herr Wilts, in der NKWS sind eine Vielzahl von Maßnahmen vorgesehen. Wird das ausreichen, um die in der Strategie formulierten und sehr ambitionierten Ziele zu erreichen?
Die NKWS war mit Sicherheit ein Meilenstein für die Kreislaufwirtschaft in Deutschland, da wir ja zu den mittlerweile nur noch wenigen Ländern in Europa gehört haben, die keine eigene Kreislaufwirtschaftsstrategie hatten. Die Strategie enthält über 200 Maßnahmen, die mit Sicherheit alle Sinn machen – aber die Strategie selber sagt ja, dass damit das Ziel einer Verdopplung der Circular Material Use Rate in so kurzer kaum erreichbar sein wird. Dazu fehlt es vor allem an ökonomischen Anreizen oder marktbasierten Instrumenten. Die finden sich bisher lediglich in vielen Prüfaufträgen. Langfristig werden wir sie aber brauchen, wenn Kreislaufwirtschaft wirklich zum Geschäftsmodell werden soll und wir wollen, dass auch Unternehmen ihre Investitionsstrategien auf zirkuläre Strategien umstellen.
Worauf wird es bei der geplanten NKWS ankommen, ob sich Deutschland wieder als Vorreiter in Sachen Kreislaufwirtschaft wird positionieren können?
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