BUND überreicht Gesundheitsminister Lauterbach Petition für PFAS-Verbot

Der Bund für Umwelt- und Naturschutz Deutschland (BUND) hat Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach (SPD) letzten Freitag eine Petition mit über 56.000 Unterschriften übergeben, die ein EU-weites Verbot von Per- und Polyfluoralkylsubstanzen (PFAS) fordert. Diese sogenannten „Ewigkeitschemikalien“ gefährden laut BUND Gesundheit und Umwelt erheblich. Der Verband verweist auf die Persistenz von PFAS, die sich in der Umwelt anreichern. Dies verteuere die Trinkwasseraufbereitung und erschwere Recyclingprozesse.

„Gerade Karl Lauterbach als Mediziner kann die Gefahren von PFAS nicht ignorieren. Wir reden inzwischen vom größten Fall chemischer Verschmutzung in der Geschichte der Menschheit. Deshalb muss die oberste Gesundheitsbehörde ihren politischen Spielraum nutzen und den Vorschlag zur Beschränkung von PFAS öffentlich unterstützen. Das ist der einzige Weg, weitere Schäden für unsere Gesundheit und die Umwelt abzuwenden“, so Manuel Fernandez, BUND-Referent für Stoffpolitik.

Der bisherige Vorschlag zur Beschränkung von PFAS in der Europäischen Union sieht einen schrittweisen Ausstieg aus der Produktion und Verwendung der Chemikalie vor. Die Umweltorganisation moniert, dass die gesundheitlichen Risiken von PFAS in der aktuellen politischen Debatte allerdings zunehmend in den Hintergrund geraten. Verantwortlich hierfür sei eine gezielte Kampagne der Chemielobby, die versuche strengere Regularien zu verhindern.

Durch ihre toxischen und langlebigen Eigenschaften stellen PFAS auch die Entsorgungsbranche vor erhebliche Herausforderungen. Vom Umweltbundesamt Mitte 2024 veröffentlichte Forschungsergebnisse zeigen, dass die Ewigkeitschemikalien in verschiedensten Abfallströmen zu finden sind. Für vier ausgewählte Abfallströme – Böden, Klärschlämme, Altpapier und Alttextilien – wurden durchschnittliche PFAS-Konzentrationen zwischen 18 und 389 Mikrogramm je Kilogramm errechnet.

Hochgerechnet auf das jährliche Gesamtaufkommen der vier Abfallströme ist die gesamte PFAS-Facht beim Altpapier laut UBA mit deutschlandweit ca. vier Tonnen am höchsten. Bei den Abfallböden wurde eine PFAS-Fracht von etwa 2,3 Tonnen errechnet, bei Textilabfällen waren es 760 Kilogramm und beim Klärschlamm 117 Kilogramm.

Als Entsorgungsmethode für PFAS-belastete Abfallfraktionen empfiehlt die Umweltbehörde die thermische Behandlung, da nur diese die PFAS weitgehend zerstöre. Dagegen würden bei der stofflichen Verwertung die vorhandenen PFAS in neue Produkte verschleppt – etwa beim Papier- und Textilrecycling – oder gelangten über die bodenbezogene Klärschlammverwertung bzw. die Bodenverfüllung direkt in die Umwelt.

Die UBA-Studie "Untersuchung des Vorkommens von PFAS in Abfallströmen" ist hier abrufbar.

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