
In keinem Bundesland wurden bisher mehr Altlasten saniert als in Nordrhein-Westfalen. Über 9.000 abgeschlossene und laufende Sanierungen zählt die neueste Altlastenstatistik für das Berichtsjahr 2023, die Mitte November vom Landesumweltministerium veröffentlicht wurde. Zum Vergleich: Bei der letzten Erhebung 2021 waren es noch knapp 8.600 Sanierungen und 2017 lediglich 7.800. Das bedeutet aber nicht, dass die Arbeit damit weniger wird. Denn gleichzeitig ist die Zahl der altlastverdächtigen Flächen zwischen 2021 und 2023 von 28.100 auf 30.700 gestiegen. Weitere fast 17.000 Altablagerungen und Altstandorte sind zudem noch nicht dahingehend eingestuft, ob ein Altlastverdacht vorliegt.
Laut Ministerium zeigen die Zahlen insgesamt, dass insbesondere aufgrund der erfolgten Nachbewertungen Fortschritte erzielt worden seien. An den absoluten Zahlen gemessen sei Nordrhein-Westfalen im bundesweiten Vergleich in der Altlastenbearbeitung weiterhin führend. Dies drücke sich in der hohen Anzahl an Gefährdungsabschätzungen und Sanierungsmaßnahmen aus. Das Ministerium weist allerdings darauf hin, dass NRW eine hohe Problemdichte durch stark von Bergbau und Industrie geprägte Landesteile aufweise und deshalb strukturell mit anderen Bundesländern nicht vergleichbar sei.
Erst kürzlich hatte die Bund/Länder-Arbeitsgemeinschaft Bodenschutz (LABO) ihre jüngste Altlastenstatistik für das gesamte Bundesgebiet veröffentlicht. Den Zahlen zufolge, die allerdings noch nicht die aktualisierten Daten aus NRW enthielten, wurden bundesweit bisher 37.000 Altlasten erfolgreich saniert. Die Zahl der altlastverdächtigen Flächen bewegt sich demnach bei rund 356.000.
Mit Blick auf die in Nordrhein-Westfalen noch im Kataster enthaltenen, aber noch nicht hinsichtlich eines Altlastverdachts bewerteten 16.700 Flächen, betont das Landesumweltministerium (MUNV) in seinem Bericht den weiteren Handlungsbedarf. Die Mittel für das Altlasten- und Bodenschutzförderungsprogramm des MUNV würden weiterhin dringend benötigt. Aktuell stelle das Land den Kommunen hierüber jährliche Fördermittel in Höhe von 4,6 Mio € für Untersuchungs- und Sanierungsmaßnahmen zur Verfügung.
2015 wurde dieses Förderprogramm auch auf die Erfassung von Brachflächen und Entsiegelungspotenzialen ausgedehnt. Damit sollen Grundlagen für die Stärkung des Flächenrecyclings geliefert werden. „Boden ist auch in Nordrhein-Westfalen ein knappes Gut. Das Prinzip des Flächensparens ist daher Leitschnur des Regierungshandelns in unserem Bundesland“, so Landesumweltminister Oliver Krischer (Grüne). Dazu gehöre ausdrücklich das Flächenrecycling.
Die Altlastenstatistik Nordrhein-Westfalen für das Berichtsjahr 2023 kann hier heruntergeladen werden.



