Das Stahlschrottjahr 2024 endet mit einem geringen Handelsvolumen und weiteren Preisabschlägen. Wie von Händlern und Recyclern erwartet, war die Nachfrage der Stahlhersteller im Dezember äußerst reduziert. Aufgrund der fortgesetzt schwachen Auftragslage und zuletzt hoher Energiekosten haben einige Werke die Produktion bereits frühzeitig heruntergefahren. Um die Lagerbestände gering zu halten, wurde nur das nötigste und meistens erst zur Lieferung im Januar gekauft. Physisch wurde im Dezember nur noch sehr wenig Schrott bewegt. Bei einem dieser wenigen Schrotttransporte kam es auf der Mosel zu einem folgenschweren Unfall, durch den die Schleuse in Müden schwer beschädigt wurde. Die reguläre Durchfahrt vom und zum Rhein wird für mehrere Monate nun nicht möglich sein.
Laut Mitteilung der Wasserstraßen- und Schifffahrtsverwaltung war das mit 1.500 Tonnen Schrott beladene Güterschiff auf dem Weg zum Hafen Mertert in Luxemburg, als es am 8. Dezember nahezu ungebremst gegen das Untertor der Moselschleuse Müden zwischen Koblenz und Trier auffuhr. Beide Torflügel wurden vollständig aus den Verankerungen gerissen und stark deformiert, auch die hydraulischen Antriebszylinder und die betonseitigen Befestigungen wurden massiv beschädigt. Die Reparatur der Schiffsschleuse wird voraussichtlich bis Ende März dauern. Mittels behelfsweise eingesetzter Dammbalken wird derzeit daran gearbeitet, die im Mosel-Oberlauf und der Saar festsitzenden rund 70 Schiffe Richtung Rhein auszuschleusen.
Aufgrund der Moselsperrung werden sich einige Stahlwerke in den kommenden Wochen für die Anlieferung von Rohstoffen wie Schrott, Erz und Kokskohle sowie für den Abtransport der fertigen Stahlerzeugnisse alternative Verkehrsmittel suchen müssen. Insgesamt erwarten die befragten Händler aber keine schwerwiegenden Auswirkungen auf das Schrottgeschäft, wenngleich die Nachfrage nach Waggons und Lkw regional steigen werde.
Den kompletten Marktbericht mit einer aktuellen Preisübersicht für den Monat Dezember finden Sie hier....




