Nachfrage nach Altkunststoffen im Juni weiter eingebrochen

Das Kunststoffrecycling steht weiterhin unter einem extremen Druck. Im Juni sei die Nachfrage noch schwächer ausgefallen als im Mai. „Nichts geht mehr“, sagte ein Recycler. Aufträge würden kurzfristig storniert, die Lager seien voll und der Absatz laufe nur noch auf Sparflamme. Man versuche Kollateralschäden zu vermeiden, Betriebsferien würden vorgezogen und Überstunden abgebaut. Mahlbetriebe legten die Produktion bereits still, stellenweise gebe es aber auch Entlassungen, hieß es weiter. Ein Teil der Branche kämpfe bereits ums Überleben.

Positive Nachrichten seien derzeit auch nicht in Sicht, sagen Marktkenner. Wichtige Abnehmer der Rezyklate wie die Bauindustrie kämpften selbst mit erheblichen Nachfragerückgängen, die zum Teil bei 50 bis 60 Prozent liegen sollen. Rezession, Inflation und hohe Zinsen sorgten für ein Abschmieren der Binnenkonjunktur. Die Situation sei noch schlimmer als bei der Finanzmarktkrise im Jahr 2008, meinten einige Befragte. Hinzu kommt, dass die Recycler oft mit günstigsten Neuwarepreisen konfrontiert werden, die im Juni nochmals kräftig nachgegeben haben.

Den kompletten Marktbericht mit der Übersicht der aktuellen Preise für die verschiedenen Kunststoffsorten erhalten Sie hier:

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