Die Lage der Kunststoffrecycler in Deutschland und Europa bleibt weiter stark angespannt. Die Absatzmöglichkeiten für Regranulate und Mahlgüter blieben auch im November deutlich hinter den Erwartungen zurück. Viele Abnehmer agierten zurückhaltend, griffen bevorzugt auf vorhandene Lagerbestände oder sehr günstige Neuware zurück und drängten bei Bezug aus Recyclingquellen auf zusätzliche Preisnachlässe.
Zudem kündigten kunststoffverarbeitende Betriebe frühzeitig verlängerte Betriebsferien über Weihnachten und Neujahr an. Aus Sicht vieler Recycler verlief der Monat deshalb weitgehend ohne nennenswerten Abfluss. Immer wieder war von Preiszugeständnissen zu hören; vereinzelt kam es sogar zu Panikverkäufen, wenn Betriebe kurzfristig Liquidität sichern mussten.
Die Kombination aus schwacher Nachfrage, geringen Auftragseingängen bei den Verarbeitern und einem weiterhin deutlichen Preisvorteil von Primärkunststoffen verschärfte die wirtschaftliche Situation. Um die laufenden Kosten abzusichern und die Diskrepanz zu den erzielbaren Abgabepreisen zu verringern, passten Recycler ihre Einkaufspreise für Inputmaterial teils deutlich nach unten an. Stellenweise wurden Vergütungen für bestimmte Mahlgüter oder Kunststoffabfälle sogar auf null gesetzt, obwohl damit das Risiko sinkender Belieferung steigt. In der angespannten Lage gewinnen Abnahmegarantie und Entsorgungssicherheit spürbar an Bedeutung und werden teilweise höher bewertet als der maximal erzielbare Preis, sagte Marktteilnehmer....




