|  

Preiskorrektur am Stahlschrottmarkt: Export und Materialknappheit als Preistreiber


Schrottpreise legen im November kräftig zu.
21.11.2019 − 

Mit dieser Gegenbewegung hat niemand gerechnet. Nachdem sich die Stahlschrottpreise im September und Oktober mehr oder weniger im freien Fall befanden, berichten die Stahlschrotthändler für November gegenüber EUWID nun wieder von einem deutlichen Preisaufschlag. Allerdings sehen die Gesprächspartner die Preisbewegung nahezu ausnahmslos als „exportgeleitet“ gepaart mit einer wachsenden Schrottknappheit. An der grundsätzlich rezessiven Stimmung ändert dies aber nichts, wie auch die kürzlich von der BDSV durchgeführte Mitgliederumfrage zum Ausdruck brachte.

„Es gibt anscheinend nur noch Vollbremsung und Vollgas“, kommentierte ein Händler im Gespräch mit EUWID die jüngste Preisentwicklung auf dem Stahlschrottmarkt. Auslöser des Preissprungs im November war den Angaben zufolge eine deutlich verstärkte Schrottnachfrage der Türkei. So bieten sich den türkischen Stahlwerken neben einer verbesserten Inlandsnachfrage durch steigende Stahlpreise in China derzeit wieder gute Exportmöglichkeiten.

Aber auch auf dem deutschen Markt sollen sich die Auftragsbücher bei einigen Stahlwerken „über Nacht“ wieder gefüllt haben. Dies betreffe vorerst nur die Nachfrage nach Baustahl. „Mit der Umkehr der Schrottpreise wird wieder mehr bestellt, und zwar nicht nur für morgen, sondern auch für übermorgen. Die Betonstahlpreise steigen“, erklärte ein Marktteilnehmer.

Die Nachfrage nach Flachstahlerzeugnissen bleibt dem Vernehmen nach indes unverändert schwach. Eine Vielzahl von Stahlwerken habe die Produktion gekürzt. Hauptgrund sei die seit Monaten schwächelnde Automobilindustrie, was sich für den Schrotthandel auch an dem gegenüber den Vorjahresmonaten weiterhin deutlich reduzierten Neuschrottaufkommen an den Entfallstellen der Automobilhersteller und Zulieferer widerspiegle.

Den vollständigen Bericht zum deutschen Stahlschrottmarkt inklusive der Preisangaben lesen Sie kommende Woche in EUWID Recycling und Entsorgung 48/2019. Für Kunden unseres Premium-Angebots stehen der Bericht sowie die Preistabelle schon jetzt online zur Verfügung:

EUWID Preisspiegel Stahlschrott Deutschland

Diesem Artikel zugeordnete Schlagworte:

zurück − Deutsche Altkunststoffexporte nach Malaysia nehmen weiter zu

Weiter zähe Geschäfte mit Altkunststoffen  − vor