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Mengeneinbruch und geringe Rohstofferlöse setzen E-Schrottrecycler unter Druck


Insbesondere bei Bildschirmgeräten soll die
Sammelmenge stark gesunken sein.
14.04.2020 − 

Die Auswirkungen der Coronakrise machen auch vor den Verwertern von Altgeräten nicht halt. Dabei geraten die E-Schrottrecycler von zwei Seiten unter Druck. Zum einen leiden sie unter einem enormen Einbruch bei der Mengenversorgung. Zum anderen befinden sich die Preise für die bei der Verwertung zurückgewonnenen Materialien aktuell auf Tiefstständen. Viele Unternehmen reagierten auf die Krise mit der Streichung der Zeitarbeitskontrakte, dem Vorziehen des Jahresurlaubs für die Belegschaft sowie oftmals auch mit Kurzarbeit. Aber auch Entlassungen erscheinen aufgrund der unklaren Lage in einigen Fällen unvermeidlich.

Durch die Schließung der Wertstoffhöfe in vielen Teilen des Landes ist die Versorgung mit Altgeräten bei den meisten Recyclern rapide eingebrochen. Die Abholungen im EAR-System seien quasi zusammengebrochen, hieß es. Die ersten Wochen konnten zwar mit dem Abbau von Überhängen und Nachläufern aus der Logistik noch einigermaßen bewältigt werden, mittlerweile werden aber in einigen Verwertungsanlagen nur noch Sonderfraktionen verwertet.

Je nach Region, Kundenstruktur und Geräteart berichten die Unternehmen von Mengeneinbrüchen von bis zu 80 Prozent. Für Bayern und den Osten der Republik werden besonders hohe Rückgänge berichtet, im Westen und Norden sollen die Mengen etwas weniger stark gesunken sein, hieß es vereinzelt. Zudem sollen über Onlinehändler noch ordentliche Mengen an Groß- und Kühlgeräten zurückkommen.

Deutliche Kritik an Schließung von Wertstoffhöfen

Die Anlagenbetreiber äußerten oftmals wenig Verständnis für die abrupte Schließung der kommunalen Annahmestellen. Die Risiken für die Mitarbeiter könnten durch die Beachtung einfacher Abstandsregeln minimiert werden. Außerdem steige die Gefahr illegaler Entsorgungen, wenn Verbraucher die gewohnten Abgabewege nicht mehr nutzen können.

Zusätzlich zum Mengeneinbruch im Eingang leiden die Recycler auch unter dem krisenbedingten Verfall der Rohstoffpreise. Die deutlich reduzierte Tätigkeit der Stahlwerke hat spätestens ab der zweiten Märzhälfte für einen rasanten Absturz der Stahlschrottpreise gesorgt. Auch die Notierungen der für das E-Schrottrecycling relevanten Altmetallsorten gaben überwiegend sehr stark nach. Insbesondere bei Aluminium wird von großen Problemen im Absatz berichtet.

Den vollständigen Bericht zum deutschen E-Schrottmarkt inklusive der Preisangaben lesen Sie in EUWID Recycling und Entsorgung 16/2020. Für Kunden unseres Premium-Angebots stehen der Bericht sowie die Preistabelle bereits online zur Verfügung:

Marktbericht für Elektro- und Elektronikschrott

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