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Leichte Mengenflaute beim Gewerbeabfall prägt Verbrennungsmarkt zum Jahresende

Verbrennungsanlage im Winter
Der Verbrennungsmarkt ist derzeit von einer
leichten Mengenflaute beim AzV geprägt.
10.12.2021 − 

Der Entsorgungsmarkt für Siedlungsabfälle ist zum Ende des Jahres von einer leichten Mengenflaute gekennzeichnet. "Aktuell ist zu wenig Müll da", sagte der Stoffstromer eines großen Entsorgers Ende November gegenüber EUWID. "Wir konnten zum ersten Mal seit langer Zeit unsere Kontingente nicht vollständig bedienen."

Auf die Preise für Kontingentverträge hat sich das aber nicht ausgewirkt. Im Gegenteil: Für das kommende Jahr erwarten manche Marktteilnehmer Preiserhöhungen. In manchen Fällen sind höhere Preise für das Frühjahr bereits vereinbart worden.

Verbrenner klagen über höhere Kosten

Anlagenbetreiber begründen die Preissteigerungen unter anderem mit höheren Kosten, beispielsweise für die Entsorgung von Reststoffen in Untertagedeponien. „Reststoffentsorgung kostet inzwischen richtig Geld“, sagte ein Anlagenbetreiber im Gespräch mit EUWID. Wegen der Relevanz des Themas hat ein Verbrenner nach eigenen Angaben inzwischen eine Task Force gegründet, die sich dem Problem widmet.

Ein anderer MVA-Betreiber berichtet, er habe im Laufe des Jahres Teillast fahren müssen, weil die Reststoffe nicht abgeholt worden seien. Doch nicht nur die Entsorgung der Flugasche und der Rückstände aus der Rauchgasreinigung beschäftigt die Branche. Auch die Kosten der für die Reinigung der Rauchgase benötigten Chemikalien – Ammoniakwasser oder Harnstoff für die SNCR-Entstickung oder Natronlauge für die Entschwefelung – seien explodiert. Teilweise hätten sich die Preise hier im Jahresverlauf verdoppelt. Diese zusätzlichen Kosten wollen die MVA-Betreiber gerne an den Markt weitergeben.

Preisforderungen der MVA-Betreiber sorgen für Unmut in der Branche

Doch das sorgt für Unmut in der Branche. "Der Markt gibt Preissteigerungen aktuell überhaupt nicht her", beschwerte sich ein Entsorger. "Stabile Preise sind das höchste der Gefühle", sagte ein Händler.

Sollte die Flaute auf der Inputseite länger anhalten und die Kosten für die Verbrennung weiter steigen, könnte das Folgen haben für die Spielregeln des Marktes: Das harmonische Miteinander zwischen Anlagenbetreibern und Lieferanten, das die vergangenen Jahre geprägt hatte, könnte wieder etwas konfrontativer werden. 

Den vollständigen Marktbericht zum Entsorgungsmarkt für Siedlungsabfälle inklusive Preistabelle lesen Sie nächste Woche in Ausgabe 50/2021 von EUWID Recycling und Entsorgung. Für Kunden unseres Premium-Angebots steht der Marktbericht bereits online zur Verfügung:

Entsorgungsmarkt für Siedlungsabfälle

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