|  

EUWID-Preisberichterstattung für Altpapier bewährt sich in turbulentem Jahr


Temporäre Engpässe bei der Versorgung mit Altpapier
sorgten im letzten Jahr für große Preisausschläge.
09.02.2021 − 

Der Altpapiermarkt in Deutschland war im vergangenen Jahr von turbulenten Auf- und Abwärtsbewegungen gekennzeichnet. Vor allem die Preise für die Massensorten durchliefen in Folge der Coronakrise eine regelrechte Achterbahnfahrt. Monaten mit deutlichen Preisaufschlägen folgten kurz darauf erhebliche Einbrüche – und umgekehrt. Teilweise berichteten Marktteilnehmer von nahezu wöchentlichen Anpassungen im Preisgefüge.

Das von EUWID genutzte Meldesystem für den deutschen Altpapiermarkt hat die Entwicklungen der Preise in den einzelnen Monaten trotz der sehr dynamischen Entwicklung auch im vergangenen Jahr sehr gut abbilden können. Das belegen auch Rückmeldungen sowohl aus der Entsorgungsbranche als auch der Papierindustrie.

„Das vergangene Jahr mit der starken Volatilität der Mengen im Markt und entsprechend auch bei den Altpapierpreisen hat gezeigt, dass das EUWID-System auch in schwierigen Phasen zuverlässig und stabil ist“, heißt es etwa vom Bundesverband Sekundärrohstoffe und Entsorgung (bvse). Auch für den Verband Deutscher Papierfabriken (VDP) hat der Index „seine Funktionsfähigkeit in diesem Jahr mit besonderer Marktsituation bestätigt“.

Diese Einschätzungen stoßen auch beim Bundesverband der Deutschen Entsorgungswirtschaft auf Zustimmung. „Die Rückmeldungen aus der Branche zeigen, dass die gemeldeten Preisveränderungen die jeweilige Marktsituation sehr gut widerspiegeln und deshalb unsere Mitgliedsunternehmen zu Recht den EUWID als maßgeblichen Referenzindex für den Altpapiermarkt nutzen“, so der BDE.

System basiert auf Vielzahl von Meldungen

Seit Oktober 2013 berichtet EUWID für die verschiedenen Altpapiersorten auf dem deutschen Markt monatlich absolute Preisveränderungen. Diese basieren auf einer Vielzahl von Meldungen tatsächlich gelieferter Mengen, die sowohl von Entsorgern und Altpapierhändlern als auch von der Papierindustrie an den von EUWID mit der Preiserhebung und Auswertung beauftragten unabhängigen Dienstleister MOMIT Media & IT – Services, gemeldet werden. Dort werden die Daten mit Hilfe verschiedener statistischer Verfahren auf Plausibilität geprüft. Im Falle von Auffälligkeiten werden die Meldungen in Rücksprache mit den betreffenden Unternehmen von MOMIT eingehender analysiert und gegebenenfalls aufgetretene versehentliche Fehleingaben korrigiert.

Gemeldet werden können ausschließlich alle mit deutschen Papierfabriken oder deren Einkaufsgesellschaften frei gehandelten und direkt angelieferten Mengen. Handelsmengen sind ausgeschlossen, ebenso exportierte Mengen. Es können sowohl Frei-Werks- als auch Ab-Stations-Preise gemeldet werden. Nicht gemeldet werden können Mengen, deren Preise an einen Index gebunden sind.

MOMIT fungiert dabei als neutrale Stelle, die gewährleistet, dass die Einzelmeldungen der teilnehmenden Marktakteure absolut vertraulich behandelt werden. Weder EUWID noch Dritte erhalten von den Einzelmeldungen der Unternehmen Kenntnis.

Nur geringe Preisdifferenzen zwischen Entsorgern und Papierindustrie

Eine detaillierte Auswertung von MOMIT zeigt, dass sich die Zahl der meldenden Unternehmen und der Meldungen ins System auch in dem für den Altpapiermarkt sehr turbulenten letzten Jahr sowohl von Seiten der Entsorger als auch aus der Papierindustrie auf einem konstant hohen und belastbaren Niveau gehalten haben. Die Preismeldungen aus Industrie und von Entsorgern liefen dabei trotz der insgesamt großen Volatilität weiterhin sehr stark parallel.

Das zeigt beispielhaft auch die Grafik zum Verlauf der Preismeldungen von Entsorgern und Industrie für Kaufhausaltpapier in den letzten 20 Monaten. Die gemeldeten Preisveränderungen unterschieden sich dabei zwischen den beiden Marktseiten auch in Zeiten der starken Schwankungen im letzten Jahr nur minimal.

 

Um die Verlässlichkeit der gemeldeten Preisänderungen sicherzustellen, muss eine möglichst hohe Zahl an Meldungen berücksichtigt werden. Dies führt jedoch dazu, dass für die Abgabe der Meldungen von gelieferten Altpapiermengen aus dem Vormonat sowie deren eingehende Prüfung jeweils rund zwei Wochen benötigt werden. Daher stehen die Preisveränderungen der jeweiligen Monate immer erst zur Mitte des Folgemonats zur Verfügung. Für Kunden unserer Premium-Angebote werden die Preise allerdings sofort nach finaler Freigabe in unserem Marktbereich freigeschaltet:

Altpapiermarkt Deutschland

Diesem Artikel zugeordnete Schlagworte:

zurück − Altpapierpreise ziehen im Februar weiter an

Textilrecycler leiden unter schwachem Absatz bei den höheren Sortierqualitäten  − vor