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EU-Stahlschrottexporte in die Türkei gegen den Trend im ersten Halbjahr weiter gestiegen


EU-Stahlschrottexporte in Drittstaaten im
ersten Halbjahr auf 7,4 Mio Tonnen gesunken.
29.09.2020 − 

Die Bedeutung der Türkei als Abnehmer europäischen Stahlschrotts nimmt immer weiter zu. 70 Prozent der insgesamt von den 27 EU-Mitgliedstaaten im ersten Halbjahr in Drittstaaten exportierten Abfälle aus Eisen und Stahl gingen in das Land am Bosporus. Das zeigen aktuell von Eurostat veröffentlichte Zahlen.

Im Vorjahresvergleich legten die Türkei-Exporte demnach gegen den Trend um weitere sechs Prozent auf 5,1 Mio Tonnen zu, während sich die Gesamtausfuhrmenge der EU-Staaten unter dem Eindruck der Coronakrise rückläufig entwickelte.

Laut Eurostat exportierten die EU-Länder in den ersten sechs Monaten des Jahres insgesamt 7,43 Mio Tonnen Stahlschrott in Länder außerhalb der EU. Das waren fünf Prozent weniger als in der ersten Jahreshälfte 2019. Der Ausfuhrwert sank überdurchschnittlich stark von 2,3 Mrd auf 1,9 Mrd € und bestätigt damit den für diese Zeit auch in den EUWID-Marktberichten dokumentierten Preisverfall.

Neben der Türkei zeigt die Statistik auch Zuwächse des EU-Exporthandels nach Pakistan und in die Schweiz. Jeweils um elf Prozent legten die Ausfuhren hierhin im ersten Halbjahr zu. Sogar um über 80 Prozent gestiegen sind zudem die Stahlschrottexporte der EU-Staaten nach Moldawien.

Indien-Exporte brechen durch Corona um rund 55 Prozent ein

Bei allen übrigen bedeutsamen Destinationen für den EU-Stahlschrottexport ergeben sich im Vorjahresvergleich insgesamt Rückgänge. Am stärksten – um 55 Prozent auf 623.000 Tonnen – gingen die Ausfuhren nach Indien zurück. Am Beispiel Indiens zeigt sich besonders gut der große Einfluss, den der Ausbruch des Coronavirus auf die Handelsströme hatte. Mit Ausweitung des Virus zur Pandemie im März schrumpfte die nach Indien verschiffte Tonnage im April und Mai auf weniger als ein Sechstel des Durchschnittswerts der vorangegangenen drei Monate zusammen.

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