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EU-Altkunststoffexporte nach China stark gesunken

13.10.2017 − 

Die starke Abhängigkeit der EU-Staaten von China als Importeur europäischer Altkunststoffe zeigen einmal mehr die aktuell von Eurostat veröffentlichten Handelsdaten für das erste Halbjahr 2017. Über 70 Prozent der gesamten Altkunststoffexporte der 28 Mitgliedstaaten in Staaten außerhalb der EU gingen in die Volksrepublik China oder die chinesische Sonderverwaltungszone Hongkong. Allerdings lagen die Ausfuhren nach China und Hongkong mit 1,0 Mio Tonnen um zwölf Prozent niedriger als im Vorjahreszeitraum, was vor allem auf die Mindermengen ab April zurückzuführen ist, als China seine Importkontrollen verschärfte.

Der von China angekündigte komplette Importstopp für bestimmte Kunststoffabfälle aus Haushalten dürfte das Handelsvolumen im zweiten Halbjahr nochmals deutlich drücken. Dies dürfte auch zu Ausweichbewegungen führen. Deutliche Mengenzuwächse verzeichnete Eurostat zuletzt im Export in die Türkei. Daneben hat sich in den letzten Jahren Vietnam zum zweitwichtigsten Abnehmer europäischer Altkunststoffe nach China aufgeschwungen.

Laut vorläufigen Zahlen der Europäischen Statistikbehörde exportierten die 28 EU-Mitgliedstaaten zwischen Januar und Juni in Drittstaaten insgesamt 1,42 Mio Tonnen „Abfälle, Schnitzel und Bruch von Kunststoffen" im Wert von 402 Mio €  – im Vorjahr waren es noch 1,51 Mio Tonnen für 398 Mio €. Außer nach China und Hongkong sind auch die Exportmengen nach Indien, Malaysia und Pakistan gegenüber dem Vorjahr um zusammengenommen 25.000 Tonnen gesunken. Im Gegenzug wurden deutlich mehr Altkunststoffe in die Türkei (+31.000 t), die Schweiz (+12.000 t) und in die Ukraine (+9.000 t) exportiert.

Mit Abstand größter Altkunststoffexporteur unter den EU-Staaten ist weiterhin Deutschland. Von hier aus verließen in den ersten sechs Jahresmonaten knapp 406.000 Tonnen Altkunststoffe die EU. Weitere 273.000 Tonnen exportierte das Vereinigte Königreich, gefolgt von Belgien mit 144.000 Tonnen und Spanien mit 136.000 Tonnen.

Die Einfuhren an Altkunststoffen in die EU sind im ersten Halbjahr um neun Prozent auf 177.000 Tonnen (Wert: 41 Mio €) gesunken. Der Großteil der Importe kam wie üblich aus Norwegen (81.000 t) und der Schweiz (51.000 t). Die größten Mengen gingen mit 46.000 bzw. 45.000 Tonnen nach Deutschland und Schweden.

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