|  

Deutschland exportiert immer weniger Altpapier


Altpapierexporte bis Oktober um
14 Prozent gesunken.
02.01.2020 − 

Auf dem deutschen Markt türmt sich immer mehr Altpapier. Diese in der letzten Marktbefragung nochmals deutlich zum Ausdruck gekommende Erkenntnis wird durch die jüngsten Zahlen des Statistischen Bundesamtes zum Außenhandel mit Altpapier unterstützt. So sind Deutschlands Altpapierexporte in den ersten zehn Monaten 2019 um 14 Prozent gesunken. Für das Gesamtjahr steuern die Ausfuhren auf ein historisches Tief zu. Gleichzeitig bewegen sich die Altpapierimporte weiter auf dem Rekordniveau des Vorjahres.

Die Statistik zeigt vor allem den durch verschärfte Importregeln bedingten deutlichen Rückgang der Direktexporte nach China um 65 Prozent. Auch die Lieferungen nach Indien, Thailand und Indonesien, die den Ausfall Chinas als Abnehmer im Vorjahr teils kompensieren konnten, sind stark rückläufig, nachdem nun auch hier die Einfuhr von Abfällen strenger kontrolliert wird. Beide Entwicklungen ließen auch die Ausfuhren in die Niederlande als wichtigsten Umschlagsplatz für den Weiterexport stark sinken.

Auffällig sind aber auch die um jeweils 21 Prozent gesunkenen Exporte nach Italien und Polen, während die Einfuhren aus diesen Ländern nach Deutschland um sieben bzw. sechs Prozent zulegten. Dies zeigt, dass auch in anderen europäischen Ländern aufgrund des Nachfrageabfalls Asiens ein Überangebot an Altpapier besteht, das auf den deutschen Markt drückt. Schätzungen zufolge beläuft sich dieses Überangebot in Europa auf rund acht Mio Tonnen im Jahr.

Diesem Artikel zugeordnete Schlagworte:

zurück − Abwärtstrend bei PET-Flaschen gestoppt

Reger Exporthandel in die Türkei und nach Italien treibt Schrottpreise weiter nach oben  − vor