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Deutsche Altkunststoffexporte weiter im Sinkflug

Gestapelte Container
Die Altkunststoffexporte Deutschlands sind im
ersten Halbjahr 2021 deutlich zurückgegangen.
30.08.2021 − 

Deutschlands Außenhandel mit Altkunststoffen befindet sich weiterhin im Sinkflug. Nach vorläufigen Zahlen des Statistischen Bundesamtes wurden in den ersten sechs Monaten 2021 nur noch 355.600 Tonnen "Abfälle, Schnitzel und Bruch von Kunststoff" exportiert, was im Vergleich zum ersten Halbjahr 2020 ein Minus vom fast 27 Prozent ist. Der Wert der gesamten Exporte lag bei 118 Mio € und damit bei 332 € pro Tonne. Im ersten Halbjahr 2020 waren es noch 262 € pro Tonne.

Bemerkenswert ist, dass in Richtung Asien immer weniger Altkunststoffe aus Deutschland verkauft werden. Auch die Altkunststoffimporte waren mit einem Minus von knapp 17 Prozent weiter stark rückläufig. Insgesamt wurden von Januar bis Juni 207.000 Tonnen Altkunststoffe im Wert von 62,3 Mio € oder 301 € pro Tonne eingeführt, im ersten Halbjahr des Vorjahres waren es noch rund 248.500 Tonnen, die rund 63 Mio € erlösten.

Türkei-Exporte nur mit leichtem Plus

Die Statistik weist für die meisten wichtigen  Handelspartner Deutschlands rückläufige Ausfuhrmengen aus. Der Export in die Türkei zeigte nach zunächst starken Zuwächsen nur noch ein leichtes Plus von zwei Prozent.

Grund dafür ist das zwischenzeitlich verkündete Verbot der Einfuhr von PE-Abfällen, in dessen Folge es zu einem drastischen Mengeneinbruch kam. Inzwischen hat die türkische Regierung dieses Importverbot wieder kassiert. Laut Destatis betrugen die deutschen Direktexporte dorthin in den ersten sechs Jahresmonaten 59.000 Tonnen, im Juni waren es nur noch 1.200 Tonnen.

Niederlande importieren am Meisten

Stärkster Abnehmer für Altkunststoffe aus Deutschland waren im ersten Halbjahr die Niederlande: Die Exportmenge von 73.500 Tonnen Altkunststoffen stellt aber ebenfalls ein Minus um neun Prozent im Halbjahresvergleich dar.

Hingegen spielt Malaysia seit einiger Zeit eine weniger wichtige Rolle, die Ausfuhren gaben um 59 Prozent auf nur noch 27.000 Tonnen im Halbjahresvergleich nach. Fast gar keine Exporte mehr gibt es in Richtung Indonesien, auch nach Vietnam gingen  kaum noch Mengen aus Deutschland. Um fast das Fünffache angestiegen sind hingegen die Ausfuhren nach Südkorea, wo bis zum Juni 11.200 Tonnen Altkunststoff abgenommen wurden.

Etwas wichtiger wurde Polen, wohin über 35.000 Tonnen aus Deutschland bis Juni exportiert wurden, was gegenüber dem ersten Halbjahr 2020 ein Zuwachs von 19 Prozent bedeutet. Hingegen nahmen die Ausfuhren nach Tschechien mit etwas weniger als 10.000 Tonnen um die Hälfte ab.

Einen ausführlichen Artikel zu den deutschen Altkunststoffexporten lesen Sie in Ausgabe 35/2021 von EUWID Recycling und Entsorgung. Für Kunden unserer Premium-Angebote steht die Ausgabe ab Dienstag, 14.00 Uhr, als E-Paper zur Verfügung.

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