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Altschrottpreise im September bei schwachem Exportgeschäft erneut deutlich gesunken


Preisdelta zwischen Neu- und Altschrott hat im
September historische Ausmaße angenommen.
20.09.2021 − 

Auch nach dem Ende der Werks- und Betriebsferien bei Stahlherstellern und -verbrauchern hat sich die Marktsituation am deutschen Stahlschrottmarkt wenig verändert. Der weiterhin geringe Abfluss in den Export sorgt für einen Angebotsüberhang bei den Altschrottsorten. Die hiesigen Stahlwerke, größtenteils noch gut bevorratet, nutzten die Situation für weitere deutliche Preisabschläge vor allem für Scherenschrott. Neuschrott bleibt dagegen weiterhin stark nachgefragt. Wegen der unverändert knappen Verfügbarkeit fielen hier die Preisabschläge im September vergleichsweise gering aus. Das Preisdelta zwischen Neu- und Altschrott hat so historische Ausmaße angenommen.

Die bei der letzten Marktumfrage geäußerte Hoffnung einiger Händler auf festere Exportpreise hat sich nicht erfüllt. Weiterhin gelingt es den türkischen Stahlwerken ihre Einkaufspreise niedrig zu halten und sich vor allem in den USA günstig mit Schrott einzudecken. „Man muss den Hut vor den Türken ziehen. Sie spielen ihre Karten gut aus“, kommentierte ein Händler. Den türkischen Stahlproduzenten sei es dadurch gelungen, ihre Margen bei guten Stahlabsatzmöglichkeiten nochmals auszubauen.

Die deutschen Exporteure waren zumeist nicht gewillt und in der Lage, die von der Türkei aufgerufenen Preise mitzugehen. Dadurch bleibt viel Schrott im Land und drückt vom Wasser gen Süden. Die Nachfrage der deutschen Stahlwerke für die sonst in den Export gehenden schlechteren Altschrottqualitäten war im September Händlerangaben zufolge erneut „sehr überschaubar“. Viele Werke waren nach den ferienbedingten Stillständen im Juli und August noch gut bevorratet, heißt es.

Transportlogistik ist eine Katastrophe

Durch die zurückhaltende Nachfrage für die Altschrottsorten staut sich bei manchem Händler derzeit das Material. „Sämtliche Lagerflächen sind voll“, klagte ein Gesprächspartner. Ursache hierfür sei auch, dass einige Vertragsmengen aus den Vormonaten noch zur Auslieferung ausstehen, was vor allem an der durch Flutkatastrophe, Lkw-Fahrermangel und Bahn-Streik stark erschwerten Logistik liege.

Besonders sorgenvoll blickt der Handel auf die Engpässe auf der Straße. Denn während die aus dem Bahn-Streik resultierten Verzögerungen bei der Waggon-Abstellung zeitlich abschätzbar gewesen seien, sei eine Besserung beim Lkw-Fahrermangel nicht absehbar. „Die Situation ist katastrophal“, so ein Gesprächspartner. Im Moment ringe man um jede Transporteinheit auf Straße, Wasser und Schiene. Es werde wahrscheinlich noch bis Ende September dauern, die Altbestände abzutragen.

Den vollständigen Bericht zum deutschen Stahlschrottmarkt inklusive der Preisangaben lesen Sie in EUWID Recycling und Entsorgung 38/2021. Für Kunden unseres Premium-Angebots stehen der Bericht sowie die Preistabelle schon jetzt online zur Verfügung:

EUWID Preisspiegel Stahlschrott Deutschland

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