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Altpapierpreise zum Jahresbeginn weiter im Plus


Das Altpapieraufkommen in der Haushaltssammlung war
zum Jahresbeginn traditionell stark.
15.01.2021 − 

Der Trend bei den Altpapierpreisen zeigt auf dem deutschen Markt auch zum Jahresbeginn weiter nach oben. Die unverändert sehr gute Auftragslage in der Papierindustrie, insbesondere im Verpackungssektor, sowie wachsende Sorgen um ein möglicherweise geringer werdendes Mengenaufkommen lassen die Preise bei den Massensorten weiter ansteigen. Marktteilnehmer berichten nahezu gleichlautend von Aufschlägen um rund zehn € die Tonne. Insbesondere bei Kaufhausaltpapier kann das Plus je nach Ausgangsniveau und Region aber auch bei 20 bis 25 € liegen.

Bereits im Dezember hatten die Preise für die Massensorten aufgrund der sehr starken Nachfrage der Papierindustrie und entgegen des sonstigen saisonalen Trends deutlich zugelegt. Viele Fabriken produzierten aufgrund der vollen Auftragsbücher über die Feiertage durch und sicherten sich mit entsprechenden Mengen ab. Die von einigen Akteuren befürchteten Logistikprobleme sollen aber über den Jahreswechsel ausgeblieben sein.

Das Mengenaufkommen zum Jahresbeginn wird im Markt überwiegend als gut bis sehr gut bewertet. Auswirkungen des pandemiebedingten Lockdowns seien nur in Ausnahmefällen zu spüren gewesen und die Mengen aus Industrie und Gewerbe überwiegend stabil, hieß es. Auch die Menge aus der Haushaltssammlung war zum Jahreswechsel traditionell hoch, wobei hier der Anteil an Verpackungen aufgrund der wachsenden Bedeutung des Onlinehandels immer weiter steigt.

Für die zweite Monatshälfte rechnen einige Marktteilnehmer aber bereits mit spürbaren Mengenrückgängen, andere erwarten erst ab Februar die saisontypische Delle beim Aufkommen. Für Fragezeichen bei der Versorgung mit Mengen sorgt außerdem die Unsicherheit bezüglich weiterer Verschärfungen des Lockdowns.

Auch wenn zum Monatsbeginn noch genügend Altpapier im Markt vorhanden war und es somit zunächst eigentlich keinen Anlass für Preisveränderungen gab, führt die wachsende Unsicherheit nun zu weiteren Anhebungen. Angesichts der guten Auftragslage im Verpackungssektor seien knappe Altpapierlager aktuell das Schlimmste was den Fabriken passieren kann, betonten mehrere Marktteilnehmer. Einkäufer würden daher zur Sicherung der Mengenversorgung auch höhere Preise zahlen.

Den kompletten Bericht zum deutschen Altpapiermarkt mit aktuellen Einschätzungen und Erwartungen für die nächsten Monate lesen Sie nächste Woche in EUWID Recycling und Entsorgung 03/2021. Für Kunden unseres Premium-Angebots stehen die konkreten Angaben zu den Preisverändungen der einzelnen Altpapiersorten im Dezember bereits online zur Verfügung:

Altpapiermarkt Deutschland

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