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Altkunststoffmarkt leidet stark unter Nachfragerückgang wegen Ölpreisverfall


Auch die Geschäfte für PET-Flaschenrecycler laufen
deutlich schlechter als erwartet.
05.05.2020 − 

Das Kunststoffrecycling in Europa steckt in ernsten Schwierigkeiten. Vor allem niedrige Preise für Neuware drücken über alle Kunststoffsorten hinweg inzwischen gewaltig auf die Preise für Regranulate. Neben der seit einiger Zeit anhaltenden Flaute der Autoindustrie scheint nun auch die Nachfrage aus dem Bausektor deutlich nachzulassen. Der Rezyklatverkauf laufe insgesamt eher schlecht, die größten Probleme gebe es bei HDPE, das kaum noch absetzbar sei, sagen Händler und Recycler.

Die Recyclingbetriebe versuchen, ihre Einkaufspreise für Kunststoffabfälle drastisch zu reduzieren, um gegenüber Neuware wettbewerbsfähig zu bleiben, die durch den Preisverfall von Rohöl nochmals günstiger geworden ist. Sie haben zum Teil die Produktion zurückgefahren. Einige deutsche Recycler mussten inzwischen auch zur Kurzarbeit übergehen.

Coronakrise und sinkende Ölpreise belasten PET-Recycling

Die Geschäfte für die PET-Flaschenrecycler in Deutschland laufen deutlich schlechter als zunächst erwartet. Der massive Verfall des Ölpreises im April führte in Verbindung mit der Coronakrise spätestens ab Mitte April für viele Recycler zu erheblichen Auftragsverlusten. Hersteller von Fasern, Verpackungsbändern und Folien stornierten oft Aufträge für Flakes, zum Teil ging es um gut die Hälfte der Monatsmenge. Erste PET-Recycler mussten deshalb bereits Kurzarbeit anmelden.

Auch die Auftragslage für den Monat Mai sei schlecht, erklärten mehrere Betriebe gegenüber EUWID. Wer keine Kurzarbeit einlege, werde im Mai die Produktion kürzen, hieß es.

Die kompletten Marktberichte inklusive der Preise und Preisveränderungen für verschiedene Altkunststoffsorten und PET-Flaschen lesen Sie in EUWID Recycling und Entsorgung 19/2020. Für Kunden unseres Premium-Angebots stehen Berichte sowie Preistabellen schon jetzt online zur Verfügung:

EUWID – Märkte und Preistabellen

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