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Altkunststoffexporte gehen 2020 um acht Prozent zurück


Aus Deutschland werden immer weniger Altkunststoffe
exportiert.
24.02.2021 − 

Deutschland exportiert immer weniger Altkunststoffe. Laut aktuellen Zahlen des Statistischen Bundesamtes (Destatis) sanken die Ausfuhren 2020 das vierte Jahr in Folge um weitere acht Prozent auf 1,0 Mio Tonnen. Gegenüber den Spitzenwerten der Jahre 2009 bis 2012 haben sich die Ausfuhren damit um knapp ein Drittel reduziert. Weiterhin lassen die zum Jahresbeginn 2021 verschärften Verbringungsvorschriften künftig einen weiteren Rückgang der Exportmengen erwarten.

Nicht nur die Exportmenge auch der Wert der Ausfuhren ist zuletzt stark gesunken. Lag der Preis pro exportierter Tonne Kunststoffabfall 2018 noch bei 331 €, sank der Durchschnittswert 2019 und 2020 auf 313 bzw. 254 € pro Tonne.

Auslöser für den Knick in der deutschen Altkunststoff-Exportstatistik war die von China ab 2017 vollzogene Verschärfung der Einfuhrbestimmungen für Abfallstoffe. Dies führte dazu, dass der Export von Altkunststoffen in die Volksrepublik nahezu zum Erliegen kam und im Gegenzug neue Märkte wie Malaysia, Indien, Indonesien sowie zuletzt vor allem die Türkei in den Fokus der Exporteure rückten.

Auch die indischen Importregeln sind seit Mitte 2019 strenger gefasst, weshalb seither deutsche Exporte nach Indien massiv rückläufig sind. Laut Destatis sind die Lieferungen dorthin von 41.000 Tonnen im Vorjahr auf unter 7.000 Tonnen im Jahr 2020 regelrecht eingebrochen. Auch die Ausfuhren nach Hongkong haben sich im letzten Jahr von 93.000 auf 42.000 Tonnen mehr als halbiert.

Die deutschen Direktexporte nach Malaysia verminderten sich im letzten Jahr ebenfalls um 12.000 auf 171.000 Tonnen, womit das Land laut Statistik aber Deutschlands wichtigster Abnehmer für Altkunststoffe bleibt. Dabei ist jedoch zu berücksichtigen, dass die von Destatis veröffentlichten Zahlen die tatsächlichen Handelsströme nicht zur Gänze abbilden. So werden erfahrungsgemäß große Mengen Altkunststoff aus Deutschland zunächst an Zwischenhändler in den Niederlanden und Belgien geliefert und von dort über die Häfen weiterexportiert. Über das Volumen dieses Zwischenhandels liegen dem Statistikamt keine Zahlen vor.

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