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Corona-Stillstand der Wirtschaft lässt Schrottaufkommen auf Tiefpunkt sinken


Handel registriert Mengenrückgang um über 50 Prozent.
22.04.2020 − 

Wie geht es weiter? – Dies ist die zentrale Frage, die den Stahlschrotthandel, ebenso wie alle anderen Wirtschaftsbranchen, derzeit umtreibt und die sich auch einen Monat nach der Hochstufung des Coronavirus von der Epidemie zur Pandemie nicht beantworten lässt. „Alle fahren auf Sicht“, lautet daher das einheitliche Credo der EUWID-Gesprächspartner bei der monatlichen Marktumfrage.

Alle Betriebe versuchen so gut es geht, sich mit der „neuen Normalität“ zu arrangieren. Arbeitsabläufe wurden an die strengeren Arbeits- und Hygienestandards angepasst, persönliche Kontakte sowohl innerbetrieblich durch Home-Office, Schichtdienst, Kurzarbeit als auch gegenüber dem Kunden beim Schrottan- und -verkauf auf ein Minimum reduziert. Viel zu bewegen, gibt es momentan allerdings ohnehin nicht: „Es gibt einfach keinen Schrott mehr“, konstatierte ein Marktteilnehmer.

Vor allem an den Entfallstellen herrsche „gähnende Leere“. „Die Mengenentwicklung beim Neuschrott geht teils gegen Null“, verweist ein Händler auf die seit letztem Monat großflächigen Produktionsschließungen bei Automobilherstellern und Zulieferern. Beim Altschrott sei das Mengenaufkommen nur geringfügig besser. Die durch das Coronavirus erschwerte Schrottsammlung, geschlossene kommunale Wertstoffhöfe und der zwischenzeitlich im Raum stehende drastische Preisverfall hätten den Lagereingang auch hier deutlich begrenzt. Über alle Schrottsorten hinweg berichten die Gesprächspartner für den April von einem Mengenrückgang um rund 50 bis 70 Prozent und bestätigen damit kürzlich vom Branchenverband BDSV veröffentlichte Umfrageergebnisse.

Preisentwicklung nicht so negativ wie erwartet

Preislich entwickelte sich der Stahlschrottmarkt für die Händler nicht so negativ wie zunächst erwartet. Hatten die Stahlwerke kurz nach den Märzabschlüssen bereits Preisnachlässe von 50 bis 60 € pro Tonne gefordert, habe sich diese „Preisphantasie“ Händlerangaben zufolge schnell wieder zerstreut. Vor allem eine anziehende Schrottnachfrage der Türkei habe den Schrottpreis gestützt und das Minus gegenüber März begrenzt.

Den vollständigen Bericht zum deutschen Stahlschrottmarkt inklusive der Preisangaben lesen in EUWID Recycling und Entsorgung 18/2020. Für Kunden unseres Premium-Angebots stehen der Bericht sowie die Preistabelle schon jetzt online zur Verfügung:

EUWID Preisspiegel Stahlschrott Deutschland

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