Altkunststoffmarkt steckt in tiefgreifender Krise

Der Altkunststoffmarkt steckt in einer tiefen Krise, die bereits im Juni durch ein frühes Sommerloch mit schwacher Nachfrage und Überangeboten stärker als erwartet spürbar war. Die Preise für Mahlgüter und Rezyklate fielen auf breiter Front. Selbst Notverkäufe zu niedrigsten Preisen blieben ohne Erfolg, da es an Aufträgen mangelte. Recycler geraten zunehmend unter Druck durch fallende Preise für Neuware, ein Trend, der auch in den kommenden Wochen anhalten dürfte. Viele Recycler schreiben seit Monaten rote Zahlen.

Die Branche rechnet mit einer tiefgreifenden Konsolidierung und fordert verstärkt politische Unterstützung, um das Kunststoffrecycling zu sichern. Besonders die Schuldenbremse wird von Unternehmern kritisiert, da sie vor allem die wichtige Bauwirtschaft, einen Hauptabnehmer von Rezyklaten, massiv belastet. Auch aus der Automobilindustrie kommen keine Impulse. Kurzarbeit, reduzierte Schichten und Betriebsaufgaben bei Verarbeitern und Recyclern nehmen zu, und Investitionen werden zurückgestellt. Zudem verlängern viele Unternehmen ihre Betriebsferien in den Sommermonaten. An eine Erholung der Nachfrage im Herbst glauben nur noch wenige; die meisten Firmen sehen das Jahr bereits als verloren an und erwarten frühestens Mitte nächsten Jahres eine Besserung....

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