
Der Anlagenbauer Weltec Biopower mit Sitz in Vechta errichtet derzeit für die irische Evergreen Agricultural Enterprises Limited eine Biomethananlage. Die Anlage am Firmensitz in Monasterevin, Kildare, im Westen der gleichnamigen Grafschaft soll Weltec zufolge Mitte 2026 nach elf Monaten Gesamtbauzeit in Betrieb gehen.
Das Projekt mit einem Gesamtvolumen von 50 Mio. € umfasst vier Fermenter und einen Nachgärer aus Edelstahl mit jeweils 4.900 Kubikmeter Volumen. Darin kommen hauptsächlich Produktionsrückstände und Nebenprodukte aus der irischen Bier- und Whiskeyindustrie zum Einsatz. Die Stoffe seien ausreichend verfügbar und konkurrierten nicht mit der Futtermittelproduktion, da sie als Tierfutter ungeeignet seien. Drei weitere Behälter dienen der Lagerung von flüssigen Substraten.
„Die Anlage mit einer jährlichen Verarbeitungskapazität von 165.000 Tonnen wird trotz ihrer Größe in nur sechs Monaten reiner Bauzeit errichtet. Der Bau verläuft planmäßig und die mechanische Fertigstellung ist für Ende dieses Jahres vorgesehen“, so Tobias Gerweler, Geschäftsführer von Weltec Biopower. „Der Verzicht auf Grassilage war eine bewusste Entscheidung, damit wir hierbei nicht mit der Viehwirtschaft konkurrieren“, ergänzt Patrick Meade, Geschäftsführer von Evergreen. Ein vor Ort installiertes Blockheizkraftwerk erzeugt etwa ein Megawatt Leistung für den Betrieb der Anlage und liefert überdies die Wärme für die Fermenter.
In der Anlage werden nach der Inbetriebnahme stündlich rund 1.300 Normkubikmeter Biomethan produziert – was einem Energieäquivalent von rund 110 GWh pro Jahr entspricht. Der jährliche Output von 65.000 Tonnen Gärresten wird in einer überdachten Betonlagune gelagert und getrennt nach flüssigen und festen Fraktionen an die Landwirte abgegeben.
„Dass der deutsche Hersteller Weltec Bopower den Zuschlag zum Bau der bisher größten Anlage in Irland bekam, lag neben den genannten technischen Vorteilen nicht zuletzt vor allem an den kurzen Lieferzeiten“, betont Meade. Auf diese Weise lassen sich auch die ehrgeizigen Ausbauziele realisieren, die sich Irland bei der Biomethanproduktion gesetzt hat: Die Regierung strebt an, bis 2030 insgesamt 5,7 Terawattstunden Biomethan jährlich inländisch zu produzieren. Dafür müssten einerseits bestehende Biogasanlagen zur Biomethan-Aufbereitung erweitert und andererseits technisch ausgereifte Anlagen wie die von Evergreen in Kildare geplant und errichtet werden. Der Standort biete nicht zuletzt logistische Vorteile: Zum einen befindet er sich gut angebunden an der Schnellstraße M7, außerdem liegt das nationale Gasnetz zur direkten Biomethan-Einspeisung in unmittelbarer Nähe.



